Eurofighter sind sündteures fliegendes Schmiergeld. Das weiß inzwischen jeder. Aber niemand weiß, dass in Zeltweg kein einziger Eurofighter einsatzbereit war. Immer wieder. Diese Bombe lässt im Eurofighter-U-Ausschuss der letzte Chef der Luftwaffe, Generalmajor Karl Gruber, platzen.

Wien, 19.06.2019 / „Meldet´s an das Kommando, das Glumpert steht!“ Flieger und Techniker in Zeltweg waren verzweifelt. Sechs Eurofighter sollten jeden Tag startklar sein, drei mussten es sein für einen Alarmstart. Aber sechs blieb eine Traumzahl, drei oft auch. Und immer wieder der Anruf: „Klarstand Null!“ – kein einziger Eurofighter startklar.

Peter Pilz fragt im U-Ausschuss: „Wir haben da um sündteures Geld Eurofighter gekauft, und Sie sind der Erste, weil das die Minister immer abgestritten haben, der öffentlich sagt: Ja, wir hatten aus Eigenem Situationen mit einen Klarstand null. Stimmt das“?

Das lässt Generalmajor Gruber die Bombe platzen: „Ja, es hat Tage mit schlechtem Klarstand gegeben, jawohl.“

Pilz: „Ja, und sagen Sie: Was haben dort die Piloten gemacht? Die stehen dort, haben möglicherweise Alphastarts und kein einziges einsetzbares Flugzeug. Was haben Sie da getan?“

Generalmajor Gruber: Wenn das der Fall war, dann hat an dem Tag Hörsching übernommen.“

Hörsching – das ist der Militärflugplatz bei Linz, von dem die uralte SAAB 105 startet. Sie ist langsamer als ein Verkehrsflugzeug. Aber sie hat gegenüber den Eurofightern in Zeltweg einen Vorteil: Sie fliegt, wenn man sie braucht.

Platter, Darabos, Klug, Kunasek – alle haben es gewusst: Der Eurofighter fliegt nur bei Tag und bei Schönwetter, weil er für Nachtflug und Schlechtwetter nicht ausgerüstet ist. Und zwischendurch fliegt er gar nicht.

Ex-Bundesminister  für Landesverteidigung Mario Kunasek (FPÖ) Foto: Wikimedia Commons/KarlGruber

Minister haben Öffentlichkeit getäuscht

Warum? Ersatzteile fehlen oder sind zu teuer. Eine Maschine nach der anderen wird ausgeschlachtet, um an dringend benötigte Ersatzteile zu kommen. Die Piloten laufen den Luftstreitkräften davon, Luftfahrttechniker suchen sich längst bessere Arbeitsplätze. Und vor allem: Österreich hat die ältesten Eurofighter der Welt. Und die schlechtesten.

Vier Verteidigungsminister haben die Öffentlichkeit bewusst getäuscht. Zuerst haben FPÖ und ÖVP das teuerste Flugzeug gekauft. Dann sind 183 Millionen Schmiergeld geflossen. Und jetzt stellt sich heraus: Der Eurofighter ist kein Adler, er ist ein Pinguin. Flugunfähig, wenn es darauf ankommt.

So unfähig wie die Minister, die ihn gekauft haben

Die ÖVP hat daraus ihre Konsequenzen gezogen: noch mehr Eurofighter müssen her. Im Hintergrund laufen schon wieder Gespräche mit Airbus und Eurofighter. Das Geschäft hat einmal funktioniert. Und bezahlt haben es ja weder ÖVP noch FPÖ, sondern immer derselbe: der Steuerzahler. (red)

Titelbild: Generalmajor Karl Gruber sagt im U-Ausschuss: Kein einziger Eurofighter einsatzbereit. Foto: Marek Olszewski, CC BY-SA 3.0 , 

Christian Kreuziger, ZackZack Grafik

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