Wien, 08. Juli 2019 / Die durch die Debatte um Parteispenden unter Druck geratenen NEOS wollen ZackZack.at eine Karikatur verbieten. NEOS-General Donig rief heute JETZT-Chefin Maria Stern an, um sie zur Löschung der Karikatur aufzurufen.

Der ehemalige Ausputzer von Wolfgang Schüssel schoss dazu parallel in den Medien gegen ZackZack.at und brachte seltsame Vergleiche mit der FPÖ ins Spiel. Karikaturen mit Zwei- und Vierbeinern gibt es allerdings, seit es Karikaturen gibt.

Um diese geniale Karikatur von Othmar Wicke ging es: Thematisiert wurde das Verbot von Großwurstspenden. Karikatur: Othmar Wicke

Neo-Liberale gegen Meinungsfreiheit?

Pikant: Der moralische Zeigefinger ist gerade bei den NEOS interessant. Die Partei geriet in den vergangenen Tagen nicht nur wegen ihres Großspenders Haselsteiner unter Druck. Seit das neue Parteiengesetz Einzelspenden über 7500 Euro verbietet, wissen die NEOS nicht mehr, wie sie an die pinke Großwurst kommen können. Die Mehrheit im Nationalrat hat die Extrawurstroute geschlossen. Aber die NEOS wollen auf die Großspenden nicht verzichten – und wollen Großspender in „fördernde Mitglieder“ umtaufen – und so das Parteiengesetz umgehen.

Mit dem Ruf nach Zensur der Dackel-Karikatur versuchen sie jetzt, von ihrer Blamage abzulenken.

Foto: Haderer 

Es geht um die Wurst

Hintergrund der Karikatur ist die große Rede von Peter Pilz im Nationalrat, in der er das Gesetz gegen die „Großwurstspender“ und ihren Parteidackeln erklärt. Die Begriffe „Dackel“ und „Wurst“, die in der Karikatur verarbeitet wurden, kamen zuvor jedoch von NEOS-Mandatarin Griss. Und in der Tat: In diesen Tagen geht es tatsächlich um die Wurst. Denn es geht nicht um nichts weniger als um die Frage, ob Parteien, Abgeordnete und Gesetze in Zukunft gekauft werden können.

Aber die NEOS werden damit leben müssen: Die Extrawurstroute bleibt geschlossen. Und: Die Karikatur bleibt frei.

(wb)

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