Der Betrugsprozess gegen VW beginnt in Deutschland – und das möglichst heimlich. Über 1000 Geschädigte aus Österreich sollen vom zuständigen Gericht ausgeschlossen werden. Peter Kolba vom Verbraucherschutzverein will den deutschen Richter überzeugen, österreichische Betrugsopfer als Kläger zuzulassen.

Wien/Braunschweig, 10. Juli 2019 / Jahrelang wurden Kunden und Behörden bei Abgasmessungen von der deutschen Autoindustrie betrogen. Eine eingebaute Software erkannte, wann es Zeit für den Prüfstand war. Dann wurde die Abgasreinigung eingeschaltet. Im Normalbetrieb der Fahrzeuge war die Abgasreinigung nicht aktiv. So wurden bei VW wurden 40 Mal mehr an giftigem Stickoxid in die Luft geblasen. Das ist viel mehr, als die festgelegten Grenzwerte erlaubt hätten. 

Milliardenklagen in den USA. Und bei uns?

Der Skandal wurde im September 2015 von der amerikanischen Umweltbehörde aufgedeckt. In den USA zahlte VW daraufhin über 25 Milliarden Dollar an Schadenersatz und Strafen. In Europa verweigert VW offiziell bis heute jegliche Schadensersatzzahlungen. Der Wahnsinn dabei: In Europa sind 11 Mio. Autos betroffen!
Jetzt klagt ein Verband auf Feststellung, dass VW zum Schadenersatz verpflichtet ist. Geschädigte aus dem In- und Ausland können sich an dieser Klage ohne Risiko beteiligen. Das haben weit über 400.000 Leute gemacht. Schon über 1.000 Geschädigte in Österreich haben sich über Peter Kolbas Verbraucherschutzverein (VSV) dem Verfahren angeschlossen. Das kann sich sehen lassen!

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Vertuschen und Vermeiden: Ausländische Presse nicht erwünscht

Das deutsche Oberlandesgericht Braunschweig brauchte fast ein Jahr, um den Prozess vorzubereiten. Am 30. September 2019 findet die erste mündliche Verhandlung statt. Den beiden Prozessparteien vzbv-Verband und VW wurde nun durch das Gericht mitgeteilt, dass es Zweifel bei der Beteiligung ausländischer Betroffener gäbe. Dazu werden beide Parteien Stellung nehmen, am 30. September wird darüber entschieden.

Die Betroffenen können nur zusehen und auf gute Argumente des vzbv-Verbandes hoffen. Doch das will das deutsche Gericht offenbar verhindern. Nur die deutschen Medien bekommen 74 reservierte Plätze bei den Verhandlungen. Ausländische Journalisten müssen auf gut Glück am Verhandlungsort auftauchen: die gesamte Auslandspresse soll sich auf 14 Plätze zusammendrängen! Ein Skandal! Sollen Schadenersatzzahlungen vermieden werden? ZackZack.at bleibt dran.

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