Wien, 19. Juli 2019

  • Mit 38 Jahren deutlich älter als der Altkanzler
  • Im roten Wien geboren, in der Kindheit nach Niederösterreich „geflüchtet“
  • Ehemaliger Kanzleramtsminister von Kurz‘ Gnaden
  • Kurzzeitig ÖVP-General, als die Türkisen mit 9% bei der Wien-Wahl baden gingen

Profil:

Kurz-Jünger, Erfüllungsgehilfe und Redenschwinger. Soll die kaputte Volkspartei in Wien übernehmen, um ein kleines zweistelliges Ergebnis als großen Erfolg zu verkaufen. Der katholische Burschenschafter hat scheinbar perfekte Voraussetzungen: Dubiose Spendervereine im Dunstkreis seiner Partei oder klassische Funktionärsposten, ohne groß aufzufallen: Blümel ist scheinbar für alles zu haben. Seine fachliche Expertise ist allerdings unbekannt. Offiziell heißt es, er sei bis zur Abwahl für Kultur und Europa zuständig gewesen. Experten konnten dies auf Nachfrage nur bedingt bestätigen. Bei der Debatte um das sogenannte „digitale Vermummungsverbot“ erntete er viel Kritik. JETZT-Mandatar Alfred Noll warf ihm pure Ideologie vor: „Die Lösung wird nicht darin bestehen, mit dem Schwert des Strafrechts ins Dickicht des Netzes einzuhauen.“ Mit Kurz teilt er den Mentor: Michael Spindelegger.

Interessantes:

Wird Blümel im Wahlkampf wohl auf „Ertüchtigung“ setzen und gegen angebliche Faulheit, wie sein Chef Kurz, polemisieren? Wird die Strategie aufgehen? Pikant: Sein 7-jähriges Philosophiestudium macht ihn unglaubwürdig. Die Inszenierung als „Hackler der Nation“ könnte deshalb schwer werden. Aus seinem Umfeld hieß es auf Anfrage, er habe rund um die Uhr zu tun. Um welche Tätigkeit es sich genau handelt, ist nicht bekannt. Seit der Abwahl von Türkis-Blau ist er faktisch arbeitslos. Im Nationalratswahlkampf wird er sich aber bestimmt zu Wort melden. Erst kürzlich beim Jubiläum eines Nobelrestaurants in Wien stellte er sich vor die Kameras, als wenn nichts gewesen wäre. Hände schütteln ist jetzt wichtiger denn je.

In diesem Sinne: Grüß Gernot!

(wb)

Titelbild: APA Picturedesk, Michael Gruber / EXPA

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