Diese Bilder gehen der Republik nicht aus dem Kopf: Altkanzler Kurz auf Stippvisite im Altersheim. Er fragt ein paar ältere Herrschaften auf skurrile Weise, ob sie bereits „Mittag g‘essen“ haben. Ähnlich weltfremd ist offenbar sein Gemeindebundchef Alfred Riedl. Dieser präsentierte einen neuen Vorschlag der „Pflegeoffensive“. Auch diese Idee geht jedoch zulasten der Schwächsten. Das neue Ziel der türkisen Enteignungspolitik: Wehrlose Pflegebedürftige.

Wien, 21.Juli 2019 / In Würde altern: einer der größten Wünsche aller Österreicher. Dieses gesellschaftliche Ziel wird nun von der ÖVP frontal angegriffen! Die Volkspartei vergisst ihr Volk. Der kürzlich veröffentlichte Vorschlag von Alfred Riedl, Gemeindebundchef und Bürgermeister von Grafenwörth, besteht in der Streichung des 13. und 14. Gehalts für Pflegebedürftige. Bereits jetzt werden 80% der Pension von stationär gepflegten Personen einbehalten und für deren Betreuung verwendet. Die restlichen 20% bekommen Oma und Opa als „Taschengeld“. Bei einer Bruttopension von 1200 Euro sind das unter 200 Euro. Ein beschämendes Trostpflaster für einen 45 Jahre berufstätigen Arbeitnehmer. Und jetzt das: Die bisher einzige Möglichkeit zur Aufbesserung, das in Österreich heilige Urlaubs- und Weihnachtsgeld, soll nun auf Wunsch der ÖVP weggenommen werden. Das wäre eine glatte Enteignung von Pflegebedürftigen!

Kurz pflegt die Großverdiener

Bereits zuvor zeigte Altkanzler Kurz seine Herzlosigkeit gegenüber alten und kranken Menschen. Erst vor kurzem präsentierte er eine neue Idee zur Eingliederung der Pflegeversicherung in die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA). Diese Idee stieß allerdings auf großen Widerstand, sowohl bei Ärztekammer als auch bei Arbeitnehmervertretern. Das Problem: Die Finanzierung der Eingliederung fußt auf einem Luftschloss. Zuerst sollten Kurz-er-hand die Versicherungsbeiträge von Dienstgebern gesenkt werden. Doch jetzt soll mit den verringerten Einnahmen auch noch eine Pflegeversicherung finanziert werden. Dies würde zu Lasten Klein- und Kleinstverdiener gehen. So wäre Kurz der „Pflegevater der Großverdiener“. Papst Leo, der Übervater der katholischen Soziallehre, würde im Grab rotieren!

Wer kommt als nächstes dran?

Während der Altkanzler auf Kosten des Steuerzahlers wie wild durch die Welt reist, um sich mit mächtigen Menschen fotografieren zu lassen, ignoriert die Altgedienten und Schwächsten. Kommt jetzt der Frontalangriff auf das 13. und 14. Gehalt bei jedem Österreicher? Gut möglich, dass der Ex-Nationalratsabgeordnete aufgrund seines jugendlichen Leichtsinns noch nicht an die Zukunft denkt. Doch der Zahn der Zeit wird an jedem einmal nagen. Hoffen wir, dass der Altkanzler gut privatversichert ist.

(bf)

Titelbild: APA, Grafik: ZackZack

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