Wien, 21. Juli 2019

  • 36 Jahre alt, sieht aber deutlich jünger als sein Ex-Chef aus
  • Als ehemaliger Kabinettschef die stramm rechte Hand des Altkanzlers, derzeit im Außenministerium geparkt
  • Lernte Kurz in Alpbach kennen, danach wurde der Altkanzler sein Trauzeuge
  • Dubiose Verbindungen zu christlichen Fundamentalisten weist er zurück

Profil:

Kurz-Jünger der ersten Stunde und ständiger Wegbegleiter seines „Herren“. Blaue halten ihn für einen „extrem gscheiten Kerl“, er selbst kann mit den Blauen sehr gut. Bonelli gab 2016 offen zu, dass er Norbert Hofer wählte. Er wäre aber nicht Bonelli, wenn er nicht dennoch sagen würde, er sei „liberal und christlich-sozial“. War federführend zuständig für nahezu alle sozialpolitischen Schandtaten der letzten Regierung, die er als einer der Chefverhandler in der Koalition maßgeblich festgezurrt hatte. Seit dem Sturz der Regierung Kurz arbeitet er in gleicher Funktion unter Außenminister Schallenberg. Dieser gilt ebenso als enger Vertrauter des Altkanzlers. Wird Bonelli geparkt, um die stabile Übergangsregierung von Bierlein auf Linie zu halten? Kritiker sagen ihm sogar nach, er sei an der Verfassung des Strategiepapiers zum Sturz von Ex-Kanzler Christian Kern beteiligt gewesen. Bonelli weist das zurück. Wie vieles andere.

Interessantes:

Der Vorwurf, Bonelli sei im rechten, christlich-fundamentalistischen Netzwerk „Opus Dei“ zugange, begleitet den Strippenzieher schon länger. Das kommt nicht von ungefähr: Studiert hat der jüngliche Niederösterreicher auf einer Wirtschaftsuniversität in Barcelona, die von Opus Dei betrieben wird! Ein Cousin der Familie ist bekanntermaßen Mitglied des Netzwerkes. Opus Dei soll laut Experten Demokratiegefährdungspotenzial haben. Bonelli selbst ist Gründungsmitglied des Vereins „Catholic Legislators Network“. Die Website listet skurrile Bibelstellen, wie z.B. die Aufforderung, gegen „gravierende Verstöße gegen die natürliche Ordnung“ vorzugehen.

Wir sagen einfach mal: Amen!

(wb)

Titelbild: APA, Grafik: ZackZack

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