Quo Vadis, Wattens?

Der große ZackZack.at Bundesliga-Check

Wer wird Meister, wer steigt ab? ZackZack.at hat die Bundesligisten unter die Lupe genommen. Wir fangen mit Aufsteiger Wattens an.

Trainer: Thomas Silberberger

Platzierung letzte Saison: Aufsteiger aus der 2. Liga

Stadion: Gernot-Langes-Stadion (nicht bundesligatauglich), Heimspiele werden im Innsbrucker Tivoli (16.000 Plätze) ausgetragen

Bevorzugtes System: 4-5-1 oder 4-3-3

Marktwert: 5,7 Millionen

Ausgangslage:

Nach dem Aufstiegskrimi gegen die SV Ried in der letzten Saison, steht die umbenannte Wattener Sportgemeinschaft Tirol wieder in der Bundesliga. Nun steht eine schwierige Saison bevor. Mit dem niedrigsten Marktwert der Liga droht der WSG ein ähnliches Schicksal, wie den Innsbrucker Kollegen der letzten Saison. Eine Woche vor Bundesligastart mühten sich die Tiroler gegen den unterklassigen SK Treibach im ÖFB-Cup mit einem knappen 2:1 Sieg ab.

Transfers Sommer 2019

Zugänge

Lukas Grgic (23) SV Ried 50.000

Stefan Hager (24) Wiener Neustadt ablösefrei

Julian Gölles (19) Wiener Neustadt ablösefrei

Florian Buchacher (31) FC Wacker ablösefrei

Zlatko Dedic (34) FC Wacker ablösefrei

Florian Rieder (23) FC Wacker unbekannt

Abgänge

Sinan Kurt (22) unbekannt ablösefrei

David Stoppacher (22) D. Calarasi ablösefrei

Andreas Dover (33) Siegendorf ablösefrei

Oliver Filip (21) Sturm Graz Leih-Ende

Alhassane Soumah (23) Juventus U23 Leih-Ende

Die mögliche Aufstellung der Saison 19/20

Der Kader: 

Tormann:

Kapitän Ferdinand Oswald gilt als gesetzt bei der WSG. Mit 10 zu Null Spielen und keiner verpassten Minute erledigte der Deutsche die letzte Saison sehr ordentlich. Dem 28-jährigen fehlt jedoch bis jetzt Oberhauserfahrung. Dahinter steht mit Pascal Grünwald ein bundesligaerfahrener Ex-Nationaltorhüter als Back-up. Mittlerweile muss der 36-jährige jedoch auch schon dem Alter Tribut zollen. Nummer 3 wird der junge Italiener Simon Beccari.

Fazit: Die Torhüterposition ist im Vergleich zu den anderen Vereinen vermutlich eine Problemzone der WSG. Oswald ist noch nicht Erstliga-erprobt und Grünwald hat sein Karrierehoch bereits überschritten.

2 von 10 Punkten

Verteidigung:

In der Innenverteidigung dürfte sich ein Dreikampf zwischen David Gugganig (22), Michael Svoboda (20) und Ione Cabrera (33) entwickeln. Neuzugang Stefan Hager überzeugte in den Testspielen und wird vermutlich die linke Abwehrseite beackern. Viel steht und fällt mit Routinier Cabrera. Er spielte in der Bundesliga bereits bei Altach, Grödig, LASK und bei der Admira. Nun probiert er es vermutlich ein letztes Mal mit der WSG. Rechts dürfte der junge Julian Gölles (19) gesetzt sein. Dahinter tummeln sich jedoch nicht die größten Alternative. Etatmäßiger Ersatz Sebastian Satin wird vermutlich eine Reihe weiter vorne zu seinen Einsätzen kommen. Zudem wurde Heimkehrer Florian Buchacher von Innsbruck zurückgeholt und könnte in den Überlegungen von Trainer Silberberger eine Rolle spielen.

Fazit: Die Kaderbreite in der Verteidigung lässt zu wünschen übrig. Sollte sich Leitwolf Cabrera verletzen, könnte dies zu einem ernsthaften Problem werden. Ob die jungen Talente ihn adäquat ersetzen können, wird sich weisen. 

5 von 10 Punkten

Mittelfeld:

Das Herzstück der WSG ist zweifellos das zentrale Mittelfeld. Königstransfer Lukas Grgic wird den defensiven Part und die Rolle des Ballverteilers übernehmen. Neben ihm dürfte Bundesligaurgestein Florian Mader (36) agieren. Offensiver Freigeist davor ist Benjamin Pranter (29). Seit 2011 ist er für die WSG tätig und erzielte letzte Saison 12 Tore, 14 legte er auf. Zudem wurde er zum zweitbesten Spieler der abgelaufenen Saison gewählt. Weiterer Kandidat für die Startelf ist Wacker-Neuzugang Florian Rieder. Das Transferfiasko rund um ihn bezüglich mangelnder Handschlagqualität zwischen den Vereinen machte Schlagzeilen. Auch Kevin Nitznader wird wohl um Einsätze in der Zentrale kämpfen. Letzte Saison gesetzt war auch der Argentinier Ignacio Jáuregui, dieses Jahr wird er wohl vorerst aufgrund des Überangebotes in der Zentrale Platz auf der Bank nehmen müssen.

Auf den Flügeln hingegen sind, zumindest für den Saisonstart, die Optionen rar gesäht. Clemens Walch und Dino Kovacec fallen verletzungsbedingt aus. Ex-Liefering-Spieler Felix Adjei kann auf der gesamten linken Seite zum Einsatz kommen.

Fazit: In der Zentrale haben die Tiroler ein Überangebot. Grgic, Mader und Rieder sind für Wattener Verhältnisse eine starke Achse. Mit Pranter verfügt man auch über einen kreativen Kopf, der die entscheidenden Situationen erzwingen kann. 

6 von 10 Punkten

Sturm:

Im Angriff der WSG kann es nur einen geben: Zlatko Dedic (34). Der Neuzugang von Wacker Innsbruck wird wohl das Zünglein an der Waage sein, ob die WSG länger als ein Jahr in der Bundesliga bestehen kann. Der Ex-Nationalspieler Sloweniens muss für Tore sorgen. Dahinter befindet sich mit Milan Jurdik eine Option für eine Doppelspitze. Auch Kelvin Yeboah (19), Sohn von Frankfurt Legende Antony Yeboah, könnte ein Versprechen für die Zukunft sein. Braucht jedoch wohl noch ein bisschen Zeit.

Fazit: Dedic, Dedic, Dedic: Wenn er seinen Torriecher wiederfindet, könnte für die WSG das Abstiegsgespenst in der Ferne bleiben. Den Optionen hinter ihm fehlt allerdings Erfahrung auf höchstem Niveau.

4 von 10 Punkten

Der Trainer:

Kontinuität wird großgeschrieben bei Wattens. Seit 2013 ist der Ex-FC Tirol und Salzburg-Spieler Thomas Silberberger Trainer der WSG und führte den Verein von der Regionalliga bis in die Bundesliga. Letzte Saison durfte er sich über die Auszeichnung als Trainer des Jahres der 2. Liga freuen.

6 von 10 Punkten

Gesamt: 23 von 50 Punkten

Pro:

Tendenziell überraschten die letztjährigen Aufsteiger, mit Ausnahme der Innsbrucker Kollegen letztes Jahr, stets positiv. Besonders die starke Mittelfeldzentrale und die Achse Cabrera – Grgic – Pranter – Dedic könnte das Erfolgsgeheimnis der WSG sein. Zudem verloren sie diese Transferphase keine essentiellen Stammspieler, sondern verstärkten sich mit potentiellen Leistungsträgern. In den Testspielen vor der Saison überzeugte die Mannschaft mit knappen Siegen.

Contra:

Die Defensive könnte zur Problemzone werden. Die junge Verteidigung der Wattener muss sich nun den Teams der ersten Liga stellen. Auch der mangelnde Fansupport, bedingt durch das nicht bundesligataugliche Heimstadion und dem damit verbundenen Ausweichen ins Innsbrucker Tivoli, wird bei Gastmannschaften nicht für Angst und Schrecken sorgen.

Vermutliche Endplatzierung: Platz 10

(bf)

Titelbild: fotoCredit EXPA / APA / picturedesk.com

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