Was ist nur mit dem „Standard“ los? Gestern ein frei erfundener Bericht von Innenpolitikredakteur C. Seidl und heute das: Stolz verkündet das Blatt, „News“ zu den geschredderten Festplatten aus dem Kanzleramt zu haben. Die Informationen sind allerding ein alter Hut – die ZackZack.at-Redaktion hatte sie schon vor Tagen recherchiert und veröffentlicht.

Wien 30. Juli 2019 / Auf der Startseite des „Standard“ erschien heute eine seltsame „Aufdeckergeschichte“. Das Blatt berichtet, es habe soeben herausgefunden, dass eine der fünf geschreddertern Festplatten aus dem Kanzleramt keine „Toshiba“, sondern eine „Western Digital“ sei. Auf diese Erkenntnis kamen die Redakteure des Standard nicht einmal selbst, sondern wurden von einem User darauf aufmerksam gemacht. Und als wäre das nicht schon peinlich genug, sind die vom Standard stolz präsentierten „Neuigkeiten“ längst ein alter Hut.

Bereits am 24.07. hatte ein Rechercheteam von Zack-Zack.at herausgefunden, dass es sich um eine Festplatte von Western Digital handelte, die sowohl in Druckern, als auch in Laptops verbaut werden können. Am selben Tag erschien auch ein entsprechender Bericht. Dass die Qualitätstageszeitung „Der Standard“ ganz fünf Tage hinterherhinkt und dann noch auf Leserhinweise angewiesen ist, erstaunt.

Reichlich Presseförderung für den Standard – wofür eigentlich?

Vergleicht man die zur Verfügung stehenden Mittel, sollte der „Standard“ eigentlich einen klaren Vorteil gegenüber ZackZack.at haben. Unter den Mitteln aus der Presseförderung erhält der Standard immerhin auch gut 90.000 Euro „Qualitätsförderung“.

Staatliche Presseförderung für den Standard (jährlich):

1.194.733,20 Euro

Staatliche Presseförderung für ZackZack.at (jährlich):

o,oo Euro

Fest angestellte Mitarbeiter „Der Standard“:

über 200

Fest angestellte Mitarbeiter ZackZack.at:

6

Das Luftloch ist nur der letzte einer ganzen Reihe peinlicher Fehler, die dem Standard, der um seinen Ruf als Qualitätszeitung fürchten muss, unterliefen. Der letzte Lapsus passierte erst gestern: Innenpolitikredakteur Conrad Seidl berichtete über eine Presskonferenz der Liste JETZT, ohne überhaupt dort gewesen zu sein. Auch den Stream der APA hatte er offenbar nicht verfolgt. Der Fehler flog auf, weil Seidl berichtete, was Peter Pilz dort getan habe. Skurril: Peter Pilz war nicht einmal anwesend. (tw)

Titelbild: APA Picturedesk

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