Während sich der Altkanzler krampfhaft als Opfer inszeniert, macht Peter Pilz ernst: Der JETZT-Spitzenkandidat zeigt ihn und weitere ÖVP-Hintermänner bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft an! Der Verdacht: Betrug, Sachbeschädigung, Datenbeschädigung und sogar Unterdrückung eines Beweismittels. Was wusste Kurz und was wollte er verhindern? ZackZack.at liegt exklusiv die Anzeige vor.  

Wien, 30. Juli 2019 / ZackZack.at berichtete über den Verdacht, dass ein ranghoher Blümel-Mitarbeiter (Bernd Pichlmayer, red.) das Schreddern der Festplatten anordnete. Arno M. könnte, so der Verdacht, auf Weisung von oben gehandelt haben. Doch jetzt zieht sich die Schlinge für die ÖVP immer mehr zu. Nach der Anzeige der Firma Reisswolf gegen Arno M. zeigt JETZT-Mandatar Pilz auch Sebastian Kurz und Blümel-Intimus Bernd Pichlmayer an! Nicht nur die dubiose Verwicklung von Herrn Pichlmayer wird nun die Staatsanwaltschaft beschäftigen, sondern auch die von Altkanzler Kurz. Was wusste Kurz? Was will er jetzt nicht mehr wissen? Pikant: Laut Gesetz ist üblich, dass jegliches Schriftstück, das in irgendeiner Form dem Kanzler oder dessen Büro zuzurechnen ist, nach dem Ausscheiden aus seiner Funktion dem Bundesarchiv zu übermitteln ist! Stattdessen wurde geschreddert ohne Ende. Dreimal, unter falschem Namen.

Um diese Anzeige geht es: Peter Pilz‘ Sachverhaltsdarstellung gegen Sebastian Kurz, Arno M., Bernd Pichlmayer und einen weiteren, noch unbekannten Täter. Screenshot der Originalanzeige: ZackZack.

Hat Kurz den falschen Namen in Auftrag gegeben?

Fest steht: Die Firma Reisswolf wurde durch die Angabe eines falschen Namens getäuscht! Doch handelte Arno M. leichtsinnig in Eigenregie? Oder gab es eine Weisung? Dies wäre ein unglaublicher Vorgang! Durch die Nichtbezahlung der Rechnung wurde die Firma in ihrem Vermögen geschädigt.

Dieser Screenshot zeigt den „Sachbeschädigungsteil“ der Anzeige. Screenshot der Originalanzeige: ZackZack.

Eigentum der Republik zerstört: Gab es eine Weisung?

Eine der entscheidenden Fragen ist, ob es eine Weisung aus dem Kanzleramt zum Zerstören der Festplatten gab. Bei den Datenträgern handelt es sich nämlich um Eigentum der Republik. Sollte es keinen dienstlichen Auftrag gegeben haben, wäre Arno M. dran wegen Sachbeschädigung. Sollte es diesen jedoch gegeben haben, ist der Altkanzler als Bestimmungstäter zu sehen.

Dieser Screenshot zeigt den „Sachbeschädigungsteil“ der Anzeige. Screenshot der Originalanzeige: ZackZack.

Dieser Screenshot zeigt den „Datenbeschädigungsteil“ der Anzeige. Screenshot der Originalanzeige: ZackZack.

Beweismittel unterdrückt: Es riecht nach Ibiza!

Doch jetzt wird es skurril: Sollte die irre Schredder-Aktion irgendetwas mit der Causa „Ibiza-Video“ zu tun haben, wird es eng. Denn damit bestünde der Verdacht auf Unterdrückung eines Beweismittels. Nicht umsonst ist die „SoKo Ibiza“ nach der Anzeige des Chefs der Firma Reisswolf hellhörig geworden. Die Sonderkommission geht im Auftrag der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft seit 2 Monaten der Entstehung des „Ibiza-Videos“ nach.

Dieser Screenshot zeigt den Teil „Unterdrückung eines Beweismittels“ der Anzeige. Screenshot der Originalanzeige: ZackZack.

Peter Pilz hält fest: „Dem Bundeskanzler oder gar etwaigen Mitarbeitern obliegt es sicher nicht zu beurteilen, ob etwas vernichtet werden darf.“ Völlig absurd: Der Altkanzler hätte sich offenbar leicht vor der Anzeige schützen können. Hätte er den Datenträger dem Staatsarchiv übergeben, so hätte er auf Anfrage auch seine Zustimmung zur Einsicht verweigern können. Nach der zurückgezogenen Klage eines Wiener Anwalts, bekommt Kurz aber nun eine handfeste Anzeige. Wie viele werden noch folgen? ZackZack.at bleibt jedenfalls am Ball.

(wb)

Titelbild: APA Picturedesk

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