Scheinbar alle wollen mit Kurz – außer einer! Hofer & Kickl, Rendi-Wagner, Kogler, Meinl-Reisinger: Sie alle sitzen im Beiwagerl und warten darauf, nach der Wahl von Kurz abgeholt zu werden. Deshalb lädt der Altkanzler nun die einzelnen Spitzenkandidaten zu seltsamen Geheimessen. So geheim, dass die Presse davon weiß. Nicht eingeladen: Peter Pilz. JETZT garantiert als einzige Partei, nicht mit Kurz zu koalieren.

 

FPÖVP: Es wird immer absurder

Kurz und Kickl. So romantisch und innig schien die Beziehung, doch jetzt fliegen erstmal die Fetzen. Kickl will zurück ins Innenministerium, Kurz will das Innenministerium für die ÖVP besetzen. Dreist: Beide spielen in aller Öffentlichkeit mit Posten, beanspruchen Ministerien und stellen Koalitionsbedingungen – und das knapp 7 Wochen vor der Wahl! Für Kickl scheint klar: Indem Kurz ihn aus dem Innenministerium von vornherein ausschließt, forciert der Altkanzler Türkis-Grün! Völlig grotesk ist, dass Kickl in den Medien vor einem Linksruck der ÖVP warnt! Kann das jemand glauben? Ein Altkanzler, der sich von christlichen Fundamentalisten segnen lässt, soll aus Österreich Kuba machen wollen?

Kickl behauptet auch, nur er könne „dubiose Machenschaften“ im Innenministerium aufdecken. Meint er das ernst? Die Ibiza-Partei, deren Ex-Parteichef vor laufender Kamera bewiesen hat, wie er sich Politik vorstellt – Korruption, Medienkontrolle und Privatisierung des Wassers – behauptet nun, sie könnte den Machtmissbrauch der ÖVP beenden.

Der Altkanzler testet die Beiwagerl

Zwar werden in den Medien alle möglichen Koalitionsvarianten besprochen, allerdings weiß noch keiner, welche Varianten möglich sein werden. Rund 40 % der wahlberechtigten Österreicher sind noch unentschlossen! Doch Kurz geht trotzdem auf Beiwagerl-Schau: Es ist gut möglich, dass er mit den Spitzenkandidaten seine Vorstellungen nach der Wahl bespricht. Wozu sollte er sie sonst zu lauschigen Arbeitsessen einladen? Anfang der Woche traf er sich mit Grünen-Boss Kogler in der teuren Wiener Innenstadt. Nur wenige Tage später war SPÖ-Chefin Rendi-Wagner dran. Das Gespräch ging wohl länger als eine Stunde.

ÖVP-FPÖ – eh schon alles klar?

Kickl und die FPÖ rotierten zunächst, fuchsteufelswild schimpften sie über ihren Ausschluss an der illustren Runde der Spitzenkandidaten. Offiziell will Kurz sie auch nicht mehr in der Regierung haben. Doch ist dies wohl nur die übliche Show. Denn nächste Woche geht Kurz mit Hofer auf eine zünftige Mahlzeit. Klären sie dort, bei einem Vodka-Bull, die Gretchenfrage Kickl?

Egal wer mit Kurz koaliert: Die Gefahr, dass Österreich an Großkonzerne und Oligarchen „verkauft“ wird, ist da. Ob Kickl, Rendi-Wagner oder Kogler – sie alle sitzen im Beiwagerl und werden dem Altkanzler so kaum Paroli bieten können. Bleibt nur der Kontrollpolitiker Peter Pilz, der von Kurz nicht eingeladen war.

(wh)

Titelbild: APA Picturedesk

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