Wer wird Meister, wer steigt ab? ZackZack hat die Bundesligisten unter die Lupe genommen.

Heute unter der Lupe: SKN St. Pölten.

Trainer:Alexander Schmidt (50)

Platzierung letzte Saison: 

Stadion:NV Arena (8.000 Plätze)

Bevorzugtes System: 4-3-1-2 oder 3-4-2-1

Marktwert:9,03 Millionen

Ausgangslage: 

Die St. Pöltener waren das Überraschungsteam des ersten Viertels der letzten Saison. Nach dem Abgang von Trainer Didi Kühbauer folgte jedoch der Totaleinbruch. Mit Ach und Krach rettete man sich unter Trainer und Ex-Sturm-Spieler Ranko Popovic gerade noch – mit nur einen Punkt Vorsprung auf Mattersburg – ins obere Playoff. Hätte man diesen Platz nicht verteidigt, wäre es im unteren Playoff wohl sogar noch eng geworden, die Klasse zu halten. Seit Sommer agiert nun der Deutsche Alexander Schmidt als Chefcoach. Für ihn wird gelten: Nichtabstiegsplatz. Ein ganz schlechtes Vorzeichen für die Saison dürfte die Transfersperre der St. Pöltener sein.

Transfers Sommer 2019

 

Zugänge:

Transfersperre      

 

Abgänge                                 zu                                           Ablösesumme

Taxiarchis Fountas    (23)      Rapid Wien                              ablösefrei

Eldis Bajrami              (26)      Unbekannt                 

Roko Mislov               (31)      Miedz Legnica                         ablösefrei

Der Kader:

Tormann:

Keine Minute verpasst hat letzte Saison Stammtorhüter Christoph Riegler (27). Seine guten Leistungen erweckten auch die Begehrlichkeiten von größeren Vereinen der Bundesliga. Mit elf „Zu-Null“-Einsätzen belegte er in dieser Kategorie den starken vierten Platz. Mit Thomas Vollnhofer besitzt man eine Nummer 2, die zwar über jahrelange Oberhaus-Erfahrung verfügt, jedoch seit über zwei Jahren kein Bundesligaspiel mehr bestritt. Weiter hat man noch Lukas Wackerle (23) zur Verfügung.

Fazit: Riegler ist ein starker Rückhalt für die Niederösterreicher. Viel wird von ihm abhängen, ob die Wölfe den Klassenerhalt schaffen werden.

 7 von 10 Punkten

 

Verteidigung:

In der Innenverteidigung wird kein Weg am jungen Ex-Liefering-Duo Luan und Luca Meisl vorbeiführen. Besonders Salzburg-Leihgabe und U-21 Teamspieler Meisl (20) könnte diese Saison der Durchbruch gelingen. Hinter den beiden müssen sich Daniel Drescher und Daniel Petrovic anstellen. Die rechte Außenbahn wird der letztjährige Gelbe Karten-Vizemeister Sandro Ingolitsch. Neunmal fing er sich den Gelben Karton ein. Links hat man Manuel Haas zur Verfügung, er musste jedoch im ersten Bundesligaspiel der Saison dem eigentlich im zentralen Mittelfeld agierenden Robert Ljubicic (20) Platz machen.

Fazit: Auch wenn die St.Pöltener nicht die größte Dichte in der Verteidigung besitzen, ist die Qualität im Vergleich zu den anderen Abstiegskandidaten deutlich höher. Mit Meisl und Luan besitzt man zwei Rohdiamanten, die sich diese Saison für höhere Aufgaben empfehlen können.

6 von 10 Punkten

 

Mittelfeld:

Ähnlich wie bei den niederösterreichischen Kollegen der Admira mangelt es an schlagkräftigen Alternativen im zentralen Mittelfeld. Neben Robert Ljubicic fehlt es an Qualität. Da Trainer Schmidt wohl auf eine Dreierzentrale setzen wird, werden wohl auch Martin Rasner, der bei Aston Villa ausgebildete Dominik Hofbauer (28) und St.Pölten-Urgestein Michael Ambichl zu ihren Einsätzen kommen. Daniel Luxbacher wäre eine kreativere Möglichkeit für die Dreierkette. Auf den Flügeln ist Daniel Schütz eine Option, der sich bereits bei drei anderen Bundesligisten (Altach, Wacker, Grödig) versuchen durfte. Nominell auf der linken Seite wäre die Sprintrakete Husein Balic (23) gesetzt. Er wird jedoch wohl eine Reihe weiter vorne im Sturm agieren.

Fazit: Das Mittelfeld ist definitiv eine Baustelle der Niederösterreicher. Hier macht sich das erste Mal die diesjährig verhängte Transfersperre deutlich bemerkbar. Auch deswegen wird Oldie René Gartler die Rolle des Zehners im Mittelfeld einnehmen, um das Unterangebot auszugleichen.

4 von 10 Punkten

 

Sturm:

An vorderster Front werden die St. Pöltener wohl mit einer Doppelspitze, sowie einer hängenden Spitze dahinter agieren. Bundesligaerfahren sind sowohl René Gartler (180 Bundesligaspiele/52 Tore) und Issiaka Quédraogo (139/28). Zudem kehrt der finnische Ex-Nationalspieler Robe Riski von seiner Leihe zurück. Seit April verletzt ist der Nordkoreaner Kwang-Ryong Pak. Sein Wadenbeinbruch wird ihn wohl noch länger außer Gefecht setzen. Auch deswegen soll U21-Teamspieler Balic für Unruhe im gegnerischen Strafraum sorgen. Eine weitere Option ist auch Aleksandar Vucenovic (21).

Fazit: Vorne muss man sich viel von Gartler erwarten. Letzte Saison erzielte er 9 Tore. Quédraogo und Riski sind nicht gerade als Knipser berühmt und mit Pak fällt eine weitere Option noch länger aus. Sollte Gartler außer Form geraten, fehlt vorne die Schlagkräftigkeit.

5 von 10 Punkten

  

Der Trainer:

Alexander Schmidt ist seit Juni neuer Trainer der Niederösterreicher. Der ehemalige Salzburg-Jugendtrainer war in seinen bisherigen Cheftrainerpositionen noch nicht wirklich überzeugend. Bis jetzt stehen eine Katastrophensaison beim damaligen deutschen Drittligisten Jahn Regensburg (Punkteschnitt/0,79) und eine Saison als Coach des Traditionsvereins 1860 München zu Buche.

3 von 10 Punkten

Gesamt:

25 von 50 Punkten

Pro:

Großes Plus der Wölfe ist, dass sie Torhüter und Kapitän Riegler halten konnten. Zudem ist die Verteidigung für die Tabellensituation, die die Niederösterreicher anpeilen, überdurchschnittlich besetzt.

 

Contra:

Letzte Saison war definitiv ein Ausrutscher nach oben, das wissen auch die Verantwortlichen beim Verein. Wichtig wird sein, dass man nun den Abstiegskampf annimmt. Die verhängte Transfersperre machte hier einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Vorne fehlt ein Zweiter neben Gürtler, der für Tore sorgen kann. Trainer Schmidt muss sich zudem erst auf höchstem Niveau beweisen.

Vermutliche Endplatzierung: Platz 8

 

(bf)

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