500 Ferkel und dutzende Muttertiere fanden vergangene Nacht im niederösterreichsichen Wang ein grauenvolles Ende. Als der riesige Stall Feuer fing, verbrannten die in winzigen Käfigen eingesperrten Tiere bei lebendigem Leib.

Erst kürzlich war ein anderer Fall von Tierquälerei in einem Schweinehaltungsbetrieb bekannt geworden: Angeklagt sind die Züchter sowie die Hoftierärztin. Ihre Schweine verhungerten in ihrem eigenen Kot.

Wang/Gmunden/Wien, 03. August 2019 / Aus bisher unbekannter Ursache brach in einem großen Schweinezuchtbetrieb in Wang (Niederösterreich) vergangene Nacht um etwa 21:30 ein Feuer aus. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden, aber für etwa 500 Ferkel und ihr Muttertiere brachte das Inferno ein grauenvolles Ende. Sie kamen hilflos in den Flammen um.

Martin Balluch vor Ort

Besonders grausam: Die Muttertiere wurden getrennt von ihren Ferkeln in Kästen gehalten. Diese in der Schweinzucht häufig eingesetzte Haltungsart bedeutet, dass die Tiere in gerade einmal körpergroßen Käfigen leben, in denen sie sich nicht bewegen, geschweige denn fliehen oder zu ihren Ferkeln gelangen können.

Österreichs Tierschutz-Ikone Martin Balluch – er kandidiert bei der kommenden Nationalratswahl für JETZT – war als einer der ersten vor Ort, nachdem sich die Nachricht vom Unglück verbreitet hatte. Zu ZackZack.at sagte Balluch: „Man kann sich kaum vorstellen, welche Angst die Tiere wohl haben, wenn sie in ihren winzigen Käfigen eingesperrt miterleben müssen, wie das Feuer näher und näher kommt.“

Weitere Fälle von Tierleid in der Schweinezucht

In der österreichischen Schweinezucht herrschen oftmals kaum vorstellbare Bedingungen. JETZT-Abgeordnete Daniela Holzinger-Vogtenhuber hatte im Parlament wiederholt Anträge zur Verringerung des Tierleids in der Schweinezucht eingebracht. Die Anträge scheiterten am Widerstand von ÖVP und FPÖ.

Erst kürzlich war ein besonders grausamer Fall aus Oberösterreich bekannt geworden: Im Bezirk Gmunden ließen Schweinezüchter ihre Tiere elendig verhungern. 63 Schweine waren noch am Leben, als der Amtstierarzt den Stall aufsuchte. Bei der Räumung des Stalls wurden sechs halbverweste Kadaver und Knochenreste von mindestens 31 weiteren Schweinen gefunden. Alle noch lebenden Schweine mussten notgeschlachtet werden.

Irre: Bauer war seit einem Jahr nicht mehr im Stall

Eine anonyme Anzeige brachte den Amtstierarzt ins Spiel. Dieser fand die noch lebenden Schweine in einem armseligen Gesundheitszustand. Die Tiere haben sich von ihren toten „Kameraden“ ernährt und standen bis zum Bauch in ihrem eigenen Kot! Der Bauer gab an, seit über einem Jahr nicht mehr im Stall gewesen zu sein. Seine Frau sagte zudem, ihr sei alles über den Kopf gewachsen.

Entfremdung von Tieren kein Einzelfall

Martin Balluch, ist entsetzt: „Tiere werden in der industriellen Landwirtschaft nicht mehr als leidensfähige Wesen angesehen. In vielen Zucht- und Mastbetrieben begegnet der Bauer seinen Tieren gar nicht mehr. Diese Entfremdung ist ein großes Problem. Und: Hoftierärzte sind finanziell abhängig von den Betrieben für die sie arbeiten und machen natürlich alles mit. Viele handeln hier nicht mehr im Sinne der Tiere, weil sie finanziell abhängig sind von den großen Betrieben.“

(APA/red)

Titelbild: ZackZack

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