Werner Kogler präsentiert sich nach außen als waschechtes grünes Original, das eine Koalition mit Kurz ausschließt. Bei genauerem Hinhören schwindet das grüne Rückgrat allerdings. Einmal links, einmal rechts, einmal „vielleicht“, einmal „sicher nicht“ – Werner Kogler und die Grünen bringen trotz Ökostrom-Antrieb keine gerade Linie mit ihrem Beiwagerl zusammen.

Wien, 07. August 2019 / Altkanzler Kurz unterzieht seine lenkradlosen Beiwagerl-Optionen derzeit ersten Tauglichkeitsprüfungen. Dazu trifft er sich mit sämtlichen Chauffeuren: Auch das grüne Beiwagerl ist natürlich mit dabei. Politische Liebe sei es nicht, meinte Kogler zu dem Treffen mit Kurz. Für den Beischlaf sind die Grünen aber scheinbar gebürstet und geschniegelt.

Kogler im Machtrausch?

Auf die Frage, ob Kogler sich eine Koalition mit der ÖVP vorstellen könne, sagt er im Interview mit der Tiroler Tageszeitung: „Nein, hierzu fehlt mir jegliche Fantasie.“ Gleich im nächsten Satz schwächt er sein Nein jedoch ab: „Da müsste Kurz noch einen langen Weg zurücklegen.“
Auch im Interview mit dem Standard gerät Kogler ins Wanken: „Aber ich weiß bis heute nicht, welche Anliegen der Herr Kurz hat. Wir haben welche. Wenn er keine hat und wir uns durchsetzen, bitte! Denn so gut wie die regieren wir schon lange. Bei Sondierungen werden wir daher nicht die Flucht antreten.“
Im Gespräch mit der Kleinen Zeitung öffnet der grüne Haudegen die Beiwagerl-Türen ebenfalls: Auf die Frage, ob er sich Sondierungsgespräche mit Altkanzler Kurz vorstellen kann, sagt er „Wir werden nicht die Flucht antreten, wenn man uns zu Sondierungen einlädt.“

Koalition mit ÖVP? Titelt die Kleine Zeitung.
Bild: Screenshot aus der Kleinen Zeitung

Ja, nein, vielleicht

Der grüne Wahlkampfleiter Thimo Fiesel macht’s allerdings umgekehrt: Im Interview mit der Tiroler Tageszeitung sagt er zunächst, die Grünen würden eine Koalition mit der ÖVP nicht kategorisch ausschließen. Im weiteren Gespräch schwächt er seine Zustimmung dann etwas ab.
Kurios: gerade die Partei, die so auf korrekten Sprech bedacht ist („Nein heißt nein!“) sendet dem türkisen Geilomobil widersprüchliche Botschaften. Sie sagen zwar nein, stehen aber längst bereit zum Sprung ins gemeinsame Koalitionsbett. Es zeigt sich immer mehr: Auch grüne Werte sind nur bedingt etwas wert. Derweil kommt das Pilz-Gefährt immer mehr in Fahrt. Ob es am eigenen Lenkrad liegt? JETZT-Spitzenkandidat Peter Pilz ist bislang der einzige, dessen Nein zur Koalition mit Kurz wirklich ein Nein ist.

(lb)

Titelbild: APA Picturedesk, Grafik: Zackzack.at

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