Schwules Pinguin-Paar brütet Ei vorbildlich aus

Berlin, 9.August 2019 (APA/dpa) –

Im Berliner Zoo ist Brüten auch schon mal reine Männersache: Die homosexuellen Königspinguine Skipper und Ping kümmern sich gemeinsam rührend um das Ei einer Artgenossin, wie Zoosprecher Maximilian Jäger sagte. „Die beiden Pinguin-Männer verhalten sich wie vorbildliche Eltern und wärmen das Ei abwechselnd.“

Skipper und Ping sind zehn Jahre alt und siedelten erst im April aus dem Hamburger Tierpark Hagenbeck nach Berlin um. Sie verbringen sehr viel Zeit miteinander und beschützen das Ei vor Artgenossen. „Gleichgeschlechtliche Pinguin-Paare gibt es auch im natürlichen Lebensraum“, erläuterte Jäger. Das sei im Tierreich nicht ungewöhnlich. In anderen Zoos gebe es ebenfalls Männerpaare, auch bei Pinguinen.

Dass die beiden watschelnden Vogelmännchen Eltern werden möchten, hatten sie schon früher signalisiert. „Sie haben versucht, Fische und Steine auszubrüten“, berichtete Jäger. Das echte Ei haben Pfleger Skipper und Ping Mitte Juli angeboten, weil die einzige Pinguin-Dame in der sechsköpfigen Gruppe in den vergangenen Jahren keinen Erfolg bei der Brut hatte. Die beiden Männchen begannen sofort mit der Arbeit.

„Wir wissen nicht, ob dieses Ei befruchtet ist“, sagte Jäger. Falls ja, würde nach rund 55 Tagen ein Jungtier schlüpfen. In anderen Zoos hätten homosexuelle Pinguine bereits Bruterfolge gehabt, ergänzte der Sprecher. Für Berlin wäre das neu.

Dass sich bei Königspinguinen Männchen und Weibchen abwechselnd ums Brüten kümmern, ist normal. Sie legen sich das Ei dafür auf ihre Füße und stülpen eine Bauchfalte darüber.

Tigerbabys in Badewanne gefunden

Kommen vorübergehend nach Schönbrunn

Hainburg/Wien, 9.August 2019 (APA) –

In einer Wohnung in Hainburg (Bezirk Bruck an der Leitha) sind nach einem Hinweis am Donnerstagabend zwei Tigerbabys gefunden worden. Das Duo wurde einer 34-jährigen Slowakin abgenommen und in einer Tierklinik in Parndorf untersucht. Die Babys „kommen vorübergehend nach Schönbrunn – bis zollrechtliche und eigentümerrechtliche Aspekte geklärt sind“, sagte Bezirkshauptmann Peter Suchanek am Freitag.

Das Duo befand sich in der Badewanne unter einer Wärmelampe, teilte ein Polizeisprecher mit. Die Slowakin, die in ihrem Heimatland in einer Tiereinrichtung arbeiten soll, habe angegeben, nicht gewusst zu haben, dass Exoten nicht in Wohnungen gehalten werden dürfen. Die Bezirkshauptmannschaft ordnete die Abnahme der Raubkatzen an.

Die wenige Tage alten Babys seien von der Slowakei nach Österreich gebracht und in einem Gemeindebau „in kritischem Zustand“ gefunden worden, hieß es vom Österreichischen Tierschutzverein, der die Tiger vorübergehend in Obhut nahm und auf die Namen „Sangha“ und „Kumal“ taufte. „Besonders bei exotischen Tieren ist die fachmännische Versorgung in den ersten Lebenswochen von enormer Bedeutung, um Gesundheit und Überleben der Tiere sicherstellen zu können“, wurde am Freitag in einer Aussendung betont. Das Duo wurde laut dem Verein von einer ausgebildeten Zootierpflegerin betreut, der Zustand habe sich über Nacht stabilisiert.

Am Freitag wurde entschieden, dass die Babys vorerst im Tiergarten Schönbrunn in Wien unterkommen, teilte der Bezirkshauptmann auf APA-Anfrage mit. Tiger in einer Wohnung zu halten, sei „in Österreich nicht legal“, betonte Suchanek. Die Frau muss den Angaben zufolge vermutlich mit einem Verwaltungsstrafverfahren nach dem Tierschutzgesetz rechnen. Zu klären sind auch die Hintergründe für den Aufenthalt der Raubkatzen in der Wohnung. Außerhalb von Zoos und wissenschaftlichen Einrichtungen mit entsprechender Bewilligung ist die Haltung bestimmter Wildtiere wie Großkatzen verboten.

Der Tierschutzverein und Vier Pfoten baten den Behörden Hilfe bei der Suche nach einer dauerhaften Unterbringung an. Man könne die beiden Babys auf Kosten des Österreichischen Tierschutzvereins in eine Auswilderungsstation bringen, wurde vorgeschlagen. Vier Pfoten verwies auf zwei von der Organisation betriebene Einrichtungen – das Großkatzenschutzzentrum Lionsrock in Südafrika und die Großkatzenstation Felida in den Niederlanden.

B´soffener Wiener knallt gegen Laterne und verliert dabei illegale Puffen

Drogen und Messer ebenfalls gefunden

Wien, 9.August 2019 (APA) –

Ein Betrunkener hat sich am Donnerstagabend schwer bewaffnet per Rad auf den Weg gemacht. Blöderweise rammte der 51-Jährige auf der Lasallestraße in Wien-Donaustadt eine Straßenlaterne, wobei er sich nicht nur verletzte, sondern auch eine illegale und geladene Pistole verlor.

Gegen den Österreicher besteht ein aufrechtes Waffenverbot, was ihn aber offenbar nicht davon abhielt, sich eine illegale Pistole zu besorgen. Diese fiel ihm bei seinem Hoppala aus dem Hosenbund, was den Mitgliedern der Rettung, die sich um den Leichtverletzten kümmerten, nicht entging. Sie informierten die eintreffenden Polizisten, die bei dem Mann auch noch ein Magazin, ein Fixiermesser sowie Kokain und einen Cannabis-Joint entdeckten. Der Mann, er hatte rund ein Promille Alkohol intus, stritt zunächst alles ab und leistete passiven Widerstand, wurde mehrfach angezeigt.

Experten warnen vor Liebes-App

Standort kann relativ genau bestimmt werden

München, 9.August 2019 (APA/dpa) –

Bei der Dating-App Lovoo ist es laut Recherchen des Bayerischen Rundfunks möglich, genaue Bewegungsprofile der Nutzer zu erstellen. Damit könnten selbst Rückschlüsse auf die Wohn- und Arbeitsorte der Anwender gezogen werden, da die Ortung auf 30 bis 50 Meter genau erfolgen könne, berichtet der Sender am Freitag.

Demnach ist es den Datenjournalisten des „BR“ gelungen, über eine technische Schnittstelle Informationen von Nutzern gezielt und in großer Anzahl in München abzurufen. Wie auch andere Dating-Apps zeigt Lovoo seinen Nutzern über eine Radarfunktion an, welche Nutzer der App sich ebenfalls in der näheren Umgebung von rund 100 Metern befinden. Mithilfe eines einfachen geometrischen Messverfahren über drei verschiedene Einwahlpunkte könne jedoch der Standort wesentlich genauer, auf bis zu 30 Meter, bestimmt werden, hieß es. Kombinieren lasse sich der Standortverlauf außerdem mit weiteren Profilinformationen wie der sexuellen Orientierung oder den hinterlegten Bildern.

Über fünf Tage hinweg sammelten die Datenjournalisten demnach über ein angelegtes Profil die Daten von neun verschiedenen Standorten. Alle 15 Minuten hätten sie dann Informationen über Nutzer bekommen, die sich in dem Bereich bewegten, darunter Alter, Geschlecht und Profilbild.

IT-Sicherheitsexperte Linus Neumann vom Chaos Computer Club (CCC) warnte, dass ein Missbrauch nie ganz ausgeschlossen sei: „In dem Moment, in dem ich als Nutzer meine Standortdaten mit wildfremden Menschen teile, gibt es natürlich immer eine Gefahr. Auch wenn diese Daten ungenauer hinterlegt werden, wäre immer noch zu erkennen, in welcher Stadt und in welchem Stadtteil ich mich befinde und wo ich mich regelmäßig bewege.“ Neumann riet dem App-Betreiber, die Nutzung der Schnittstelle einschränken, wie viele Abfragen ein Profil schicken darf. Damit könnte man verhindern, dass ein Profil binnen Sekunden von drei unterschiedlichen Orten aus abfragt. Auch wäre es möglich, die Anzahl der Dating-Partner einzugrenzen, die einem angezeigt werden.

Die Dating-App-Betreiber teilten dem „BR“ mit: „Um die Daten unserer Nutzer zu schützen, setzen wir eine Vielzahl von technischen und organisatorischen Maßnahmen ein.“ So würden etwa ausschließlich ungenaue Koordinaten und Distanzen an die Nutzer verschickt. Das reiche jedoch offenbar nicht aus, folgert der „BR“. Bei anderen Dating-Apps wie etwa Tinder sei eine genaue Ortung des Standorts von vornherein kaum möglich.

Titelbild: Pixabay

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