„Die zahlen aber nicht an die Partei, sondern an einen gemeinnützigen Verein“. „Du musst erklären, dass das nicht an den Rechnungshof geht.“ So lauteten Straches Worte im Ibiza-Video über dubiose Vereinszahlungen an österreichische Parteien. Nun poppte wieder einmal einer dieser Vereine auf, diesmal mit 200.000 Euro unterstützt bis 2020 vom Glücksspielriesen Novomatic. An der Spitze des „Instituts für Sicherheitspolitik“: FPÖ-Mandatar Markus Tschank.

Wien, 19. August 2019/ Der Glücksspielkonzern Novomatic unterstützt bereits seit 2018 das vom FPÖ-Abgeordneten geleitete Institut für Sicherheitspolitik (ISP) mit großzügigen Zahlungen. Doch welche Gegenleistung erwartet sich Novomatic? Laut Tschank handelt es sich um „definierte Leistungen“. Die Aufgabenbereiche des ISP umfassen laut dessen Website größtenteils Analysen zur Sicherheitspolitik des ehemaligen Ostblocks. Auf den ersten Blick nicht wirklich eine große Überschneidung mit den Themen und Anliegen von Novomatic. Auch nicht auf den zweiten Blick. Denn selbst in der sicherheitspolitischen Szene Wiens ist das Institut nicht sehr bekannt. Doch letzte Woche lichteten sich die Wolken um die dubiose Verbindung, nachdem Hausdurchsuchungen bei den Ibiza-Hauptdarstellern Strache und Gudenus im Zuge des Novomatic-Postenkarussells durchgeführt wurden.

Bereits 2018 finanzielle Spritze vom Verteidigungsministerium

Neben Novomatic finanzierte auch das Verteidigungsministerium unter FPÖ-Minister Kunasek bereits 2018 das ISP mit derselben Summe von 200.000 Euro. Ein beachtlicher Betrag für ein Institut mit nur einem Mitarbeiter – neben Tschank. Markus Tschank selbst ließ bereits im Juni seine parlamentarische Immunität aufheben. Vermutlich wusste er bereits, dass die dubiosen Zahlungen bald ans Tageslicht kommen würden. Wo genau seine Flucht nach vorne enden wird, wird nun die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft entscheiden.

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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