Jetzt wird immer klarer, warum die ÖVP die Flucht nach vorne antritt und keine Spenden mehr annehmen will: Nahezu 2,8 Millionen Euro erhielt die ÖVP 2018 und 2019 an Parteispenden. Rund 1,8 Millionen kamen davon von drei Personen: Heidi Horten, Klaus Ortner via Porr-Mutter IGO Industries und Industriellen-Grande Peter Mitterbauer.

Wien, 20. August / HC Strache behauptete im Ibiza-Video, Heidi Horten würde für die FPÖ spenden. Horten hatte dies umgehend dementiert. Bisher konnte Straches Rede auch noch nicht bestätigt werden. Eines ist nun aber klar: Im Jahr 2018 und 2019, also während der Regierungszeit von Kurz, war Heidi Horten die größte Spenderin für Altkanzler Kurz.

Horten, die große Spenderin

So spendete die „Kaufhaus-Erbin“ und Luxusyacht-Liebhaberin in den beiden Jahren 930.000 Euro: 343.000 Euro im Jahr 2019 und 588.000 Euro im Jahr 2018.

Bis zum Juni waren Spenden über 50. 000 Euro umgehend an den Rechnungshof zu melden, wurden sie aber nicht. Damit ist klar: Horten nutzte die Möglichkeit der Spenden-Stückelung! Wollte Kurz, dass die großzügigen ÖVP-Förderungen nicht an die Öffentlichkeit kommen?

Insgesamt nahm die ÖVP bis zum veränderten Parteienfinanzierungsgesetz knapp 2,8 Millionen Euro ein. Damit sollten die Wahlkampf-Geldbunker gut gefüllt sein. Das erklärt nun auch, welches Spenden-Hintertürchen die ÖVP wählte. Die ÖVP nimmt keine Spenden mehr an, da sie in diesem Jahr bereits 1,2 Millionen erhalten hat.

Weitere bekannte Spender

Klaus Ortner, des Bauunternehmens PORR, war bereits im letzten Wahlkampf mit 438.000 ein Big Kurz-Spender. Zudem hatte er bereits öffentlich bekundet, dass er für Kurz auch 2018 und 2019 spendete. Nun liegen die Zahlen vor: Via IGO Industries GmbH, der PORR-Mutter, kamen 620.000 Euro bei der ÖVP an.

Peter Mitterbauer, ehemaliger Präsident der Industriellenvereinigung von 1996 – 2004, überwies dem Altkanzler fast 300.000 Euro. Über Horten, Ortner-Familie und Mitterbauer kam die ÖVP damit alleine auf knapp 1,8 Millionen an „freundschaftlicher Unterstützung“. Was die österreichischen Oligarchen an Gegenleistung erwarten? Das wird Österreich wohl erst unter der Regierung Kurz II erfahren!

(wh)

Titelbild: APA Picturedesk