Nach der gestern panisch veröffentlichen Spenderliste der ÖVP sind die Wege des „Herrn“ nun nicht mehr ganz unergründlich. ZackZack.at beleuchtet drei Personen, denen die Großspenden naher Verwandter jedenfalls nicht geschadet haben.

Wien, 21. August 2019 / In den Jahren 2018 und 2019 erhielt Sebastian Kurz über 2,7 Millionen Euro Spenden. Nur 1,7% der Spenden setzen sich aus Kleinspenden unter 3500 Euro der sonst so „volksnahen“ Großpartei zusammen. Die restlichen 98,3% stammen aus den Taschen von Großindustriellen und Finanzgiganten. Handelt es sich bei diesen großzügigen Finanzspritzen um reinen Idealismus? Drei Personen mit einem engen Naheverhältnis zu „Big Spendern“ der ÖVP werden im Folgenden vorgestellt.

Therese Niss

Ihr Vater, Peter Mitterbauer, ist ehemaliger Chef der Industriellenvereinigung und ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Miba AG. Diese ist nun im Besitz seines Sohnes und erwirtschaftet einen geschätzten Umsatz von 888 Millionen pro Jahr. 2017 spendete Mitterbauer Senior 45.000 Euro an Sebastian Kurz. Nur kurz darauf kandidierte seine Tochter Therese Niss auf der Wiener Landesliste der ÖVP auf Platz 2 und sitzt nun im österreichischen Parlament. Und diesmal spendete ihr Vater wieder für den Altkanzler. 2018 und 2019 schoss Mitterbauer noch einmal insgesamt 298.000 Euro auf das Konto der ÖVP nach. Auch dieses Jahr kandidiert seine Tochter wieder auf dem zweiten Platz in Wien hinter Gernot Blümel. Laut Industriemagazin zählt sie zu den zehn einflussreichsten Frauen Österreichs.

Iris Ortner

Seit Anfang dieses Jahrs sitzt die Tochter von Bautycoon Klaus Ortner im Aufsichtsrat der Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG), welche die Beteiligungen der Österreichischen Republik an börsenorientierte Unternehmen verwaltet. Vater Klaus spendete seit 2017 rund eine Million an die Türkisen. Papa Ortner ließ des Öfteren mit Sagern gegen die Erbschaftssteuer aufhorchen: „Ich bin der Gesellschaft nichts schuldig. Ich habe genug Steuern gezahlt.“

Eva Hieblinger-Schütz

Die Ehefrau des in der Finanzwelt bekannten Investors Alexander Schütz hat Ihre politischen Wurzeln bei den NEOS. 2015 kandidierte sie für die Wiener Gemeinderatswahl, nahm trotz des vierten Listenplatzes Abstand von der „pinken Mini-ÖVP“ und schloss sich rechtzeitig zu den Koalitionsverhandlungen 2017 der ÖVP an. ÖVP-Minister Löger holte die Juristin schließlich als stellvertretende Kabinettschefin ins Finanzministerium. Im selben Jahr spendete Ehemann Alexander 40.000 Euro. 2018 folgten noch einmal 45.000. Dies schadete der Ehefrau jedenfalls nicht, schließlich wurde sie in den Aufsichtsrat der ÖBB-Infrastruktur befördert. Alexander Schütz verneinte stets einen Zusammenhang zwischen den Großspenden und den plötzlichen Aufstiegen seiner Frau. Nach dem Ausscheiden von Ibiza-Strache wechselte sie unter der Übergangsregierung in das Ministerium für Öffentlichen Dienst und für Sport.

Für alle genannten Personen gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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