Achtjähriger rast mit Wagen der Mutter über Autobahn

Mit 140 km/h unterwegs

Soest, 21.August 2019 (APA/AFP) –

Ein achtjähriger Bub ist mit dem Wagen seiner Mutter über eine Autobahn in Nordrhein-Westfalen gebrettert. Bei einer Geschwindigkeit von 140 Stundenkilometern bekam er aber offenbar doch Angst und blieb auf einem Parkplatz stehen. Dort stellte er das Auto mit eingeschaltetem Warnblinklicht in eine Ecke und sicherte den Wagen zusätzlich mit einem Warndreieck.

Die Mutter hatte in der Nacht die Polizei angerufen und von dem Ausflug ihres „autoaffinen“ Sohns berichtet. Der Achtjährige würde regelmäßig Kart und Autoskooter fahren und habe auf einem Privatgelände auch schon mal ein Auto gesteuert, gab sie laut Behörde an.

Die Polizei fahndete sofort nach dem Wagen, auch die Frau suchte nach ihrem Sprössling, den sie schließlich gegen 1.00 Uhr auf dem Autobahnparkplatz fand. Der Schüler sagte der Polizei, er habe „nur ein bisschen Auto fahren“ wollen.

Heuer werden wieder mehr Schulen geschlossen

Mit fast 30 Standorten Vervierfachung im Vergleich zum Vorjahr – Die meisten Schließungen in Tirol und der Steiermark – Volksschulen am stärksten betroffen

Wien, 21.August 2019 (APA) –

Das neue Schuljahr bringt das Aus für fast 30 Schulstandorte, das sind viermal so viele wie im Vorjahr. Schulschließungen gibt es dabei in der Steiermark, Salzburg, Tirol, Kärnten und Oberösterreich. Gut die Hälfte der Schließungen betrifft Volksschulen, zeigt ein APA-Rundruf in den Bildungsdirektionen. In Wien, Niederösterreich, dem Burgenland und Vorarlberg bleiben alle Schulen erhalten.

Die meisten Schulen sperren in Tirol und der Steiermark zu. In Tirol betroffen sind dabei laut Bildungsdirektion Kleinstschulen mit einer „Handvoll Kinder“. Konkret sind das die Volksschulen Vent, Holdernach, Neder und Jenbach II. Außerdem werden drei Sonderschulen in Jenbach, Vorderes Stubai und Wörgl geschlossen, wobei zwei davon bisher unselbstständige Sonderschulen und anderen Schulen angeschlossen waren. Auch bei den Neuen Mittelschulen (NMS) in Innsbruck wird es eine Änderung geben: Die NMS Wilten und die NMS Dr. Fritz Prior werden aufgelassen, dafür wird aber eine neue NMS in der Leopoldstraße gegründet.

In der Steiermark werden auf Antrag der Schulerhaltergemeinden die NMS in Feldbach, Trofaiach und Graz-St. Leonhard geschlossen bzw. mit benachbarten Schulen zusammengelegt oder neu organisiert. Außerdem schließen die Volksschulen Winklern, Frannach und Preßguts. Dazu kommen drei Grazer Volksschul-Standorte, die aber reorganisiert bzw. durch Neugründungen kompensiert werden.

In Kärnten werden mit Herbst insgesamt sechs Schulstandorte geschlossen: Vier Volksschulen in den Bezirken Völkermarkt, Spittal an der Drau, Klagenfurt-Land und Klagenfurt-Stadt, außerdem noch eine Sonderschule für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf in Klagenfurt und eine Neue Mittelschule in Spittal an der Drau. Als Grund werden von der Bildungsdirektion Kärnten in allen Fällen sinkende Schülerzahlen und die „Optimierung der Schulorganisation“ angeführt.

Drei Schulen werden heuer zu Schulbeginn in Salzburg ihre Pforten nicht mehr öffnen: Die Gemeinde Elsbethen im Flachgau hat die Volksschule Vorderfager geschlossen. Die Wirtschaftskammer Salzburg lässt den Standort der privaten Tourismusschule in Bischofshofen auf, und die Schulschwestern Hallein stellen den Unterricht in der privaten Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe und privaten Fachschule für wirtschaftliche Berufe ein, so die Bildungsdirektion.

In Oberösterreich wurde mit Sommer die Berufsschule Braunau geschlossen. Grund sind sinkende Schülerzahlen und Einsparungsmaßnahmen.

Roller an der Angel – Freiwillige fischen E-Scooter aus der Seine

Wer sie hineingeworfen hat, darüber lässt sich nur spekulieren

Paris/Marseille, 21.August 2019 (APA/dpa) –

Es ist eine Art Friedhof von E-Tretrollern und Leihfahrrädern. Sie liegen am Ufer der Pariser Seine. Die einst leuchtenden Farben sind verblasst, Schlamm und Algen überziehen die Geräte. Klar ist: Ihren Tod haben die Fahrzeuge im Wasser gefunden. Wer sie hineingeworfen hat, darüber lässt sich nur spekulieren. Es hat sie auch jemand wieder herausgefischt – wer das war, ist hingegen bekannt.

Studenten haben das Pariser Kollektiv gegründet, das nun regelmäßig den Fluss von Müll befreit. Ihr Ziel sei es, dass die Seine sauber bleibt, sagt Sacha Kleynjans, einer der Gründer von „Guppy“. Bei jeder Angel-Aktion kommt ein beachtlicher Teil an Leihfahrrädern und Leih-E-Tretrollern zusammen. Das Team geht mit Magneten auf Angeltour. Das Ergebnis eines Fangs im Juni: 58 E-Tretroller, elf Fahrräder, sechs Absperrgitter und zwei Elektromotorroller. Lime, Marktführer von E-Tretrollern in Frankreich, recycelt die Flitzer, ein Großteil könnte danach wiederverwendet werden.

In Marseille landen die „Trottinettes“, wie die Franzosen sagen, regelmäßig im Mittelmeer. Freiwillige fischen sie zum Beispiel aus dem Becken des Alten Hafens. Dort wurden bei einer Reinigung zahlreiche „Trottinettes“ gefunden. In der südfranzösischen Metropole machte etwa der Meeres-Verein Societe Nautique Corniche auf das Problem aufmerksam, wie die Regionalzeitung „La Provence“ berichtete. Die Freiwilligen des Vereins treffen sich mit den Betreibern, um eine Lösung zu finden.

Auch in anderen europäischen Metropolen landen immer mal wieder Fahrzeuge im Wasser. In Amsterdam etwa, der Fahrradstadt schlechthin, fischen die Wasserbehörden jedes Jahr rund 12.000 bis 15.000 Räder aus den Grachten. Dabei handelt es sich aber eher selten um Leihfahrräder. Die Verleiher beugen dem vor, indem sie relativ hohe Kautionen und Kopien von Ausweisen und Kreditkarten verlangen. Häufig finden sich vor allem Wracks oder gestohlene Räder im Wasser.

Wer sind die Täter? Darüber lässt sich nur spekulieren. In Marseille heißt es, dass sich vor allem Schulkinder einen Scherz daraus machten, berichten regionale Medien. Betreiber Lime betont, dass Marseille nicht mehr betroffen sei, als andere französische Städte. In bestimmten Zeiten könne das Problem größer sein, zum Beispiel während der Ferien.

Doch sicher werfen nicht nur Kinder die Leihfahrzeuge ins Wasser. Verärgerte Fußgänger? Stumpfsinnige Randalierer? Die französische Zeitung „Liberation“ mutmaßt, dass sich vielleicht auch Wettbewerber an Konkurrenz-Fahrzeugen zu schaffen machen. Doch dafür gibt es keine Beweise.

Dass die E-Tretroller und Fahrräder im Wasser landen, ist nicht nur lästig für die Betreiber, sondern auch umweltschädlich. „Kritisch ist, dass in den Lithium-Batterien umweltgefährdende Stoffe enthalten sind, die für die Wasserwelt gefährlich und giftig sind“, sagt Anita Schmidt von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung. Diese würden aber nicht nach wenigen Tagen oder Wochen austreten – höchstwahrscheinlich sogar erst nach vielen Jahren. Denn dann kann die Umhüllung der Batterien undicht werden, die Stoffe dringen nach außen. „Man muss die Geräte rausholen, um die Umwelt zu schützen – auch für die Zukunft“, sagt Schmidt.

Auch für „Guppy“ ist der Umweltaspekt entscheidend. Wichtig sei es, die Bürger auf das Problem aufmerksam zu machen, sagt Kleynjans. Er betont aber auch, dass die Seine nicht erst verschmutzt sei, seit es die E-Tretroller gibt. Die „Trottinettes“ seien einer von vielen Gegenständen, die regelmäßig im Wasser landen. Im September will die Gruppe wieder auf Angeltour gehen.

Titelbild: Pixabay

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