Nach jahrelanger Blockade akzeptierten nun auch die Großparteien eine Erhöhung der Pensionen. Am 25. September, bei der letzten Nationalratssitzung, steht eine Erhöhung der niedrigen Pensionen um mehr als 2 Prozent im Raum. Denn Lebenserhaltungskosten steigen, und nach Jahrzehnten harter Arbeit hat sich niemand ein Leben an der Armutsgrenze verdient. Blockiert wird die Erhöhung nur durch die NEOS, sie reden von „unnötigen Wahlzuckerln“. Sagen sie das auch den Pensionisten?

Wien, 22. August 2019 / Pensionisten dürfen sich wohl freuen: im Herbst werden die Pensionen aller Voraussicht nach erhöht. Denn vor allem die niedrigen Pensionen reichen selten für den Lebenserhalt. Auch die Großparteien dürften das zumindest wissen, da sie sich nun zwecks Wahlkampf zu einer Erhöhung durchringen.

NEOS: Politik gegen Pensionisten

Doch nicht allen Parteien dürfte die Lage der Menschen mit niedrigen Pensionen bewusst sein. Gerade die NEOS fallen mit einer besonderen Kälte gegen Pensionisten auf. Dafür hilft ein Blick in ihr Wahlprogramm. Nicht nur, dass sie gegen eine unmittelbare Erhöhung der niedrigen Pensionen sind: Die Österreicher sollten laut NEOS auch noch länger „hackln“. Auf der bekannten Plattform wahlkabine.at sind die NEOS die einzige Partei, die sich klar deklariert: das Pensionsantrittsalter soll erhöht werden. Im Durchschnitt gehen Männer in Österreich mit 60,6 Jahren in Pension, Frauen im Alter von 58,7. Dass Frauen früher in den wohlverdienten Ruhestand gehen, stößt den NEOS besonders sauer auf, sie sollen solange arbeiten wie Männer!

Pensions-Ideen für das Kapital?

Auch die weiteren Reformideen der wirtschaftsfreundlichen Partei wirken befremdlich: werden die Menschen älter, sollen sie auch länger arbeiten. Weitere Punkte freuen vor allem Arbeitgeber: Pensionsantrittsflexibilisierung und mehr private Vorsorge. Kein Wunder, dass NEOS-Mann Gerald Loacker, Pension nach Leistung vergeben will, denn für ihn sind Menschen, die keine Arbeit finden, eine „Plage“.

(wh)

Titelbild: APA Picturedesk, Adobe Stock

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