Wien, 28. August 2019 / Thomas Walach ist Siebter der Bundesliste bei JETZT-Liste Pilz. Der Medienprofi ist Historiker und gefragter Lehrender an den angesehensten Universitäten der Welt. Sein Schwerpunkt liegt in den digitalen Medien und er arbeitete früher als freier Journalist für den Standard und den Falter. Seit Anfang dieses Jahres ist er Chefredakteur des Onlinemagazins ZackZack.at und stellt sich nun den knallharten Fragen seines eigenen Mediums.

ZackZack.at: Chef, wieso kandidierst Du für JETZT-Liste Pilz?

Thomas Walach: Ich kandidiere für JETZT-Liste Pilz, weil ich der tiefen Überzeugung bin, dass die Linke der letzten 30 Jahre riesige Fehler gemacht hat und den aufstrebenden Rechtspopulisten ihre Wähler geradezu in die Arme getrieben hat. Und mit dem Rückzug auf moralische Überlegenheit und in intellektuelle Blasen wird man die Wähler sicher nicht zurückkriegen. Womit man sie zurückholen kann, ist eine pragmatische Politik, von der die Leute überzeugt sind, dass es eine Politik in Ihrem Sinne ist, die sich nicht um politische Korrektheit schert, sondern darum, dass es den Leuten im Land besser geht. Das sehe ich momentan nur bei JETZT-Liste Pilz und das ist der Grund, warum ich kandidiere.

ZackZack.at: Du bist innerhalb der Partei bekannt als der Alleskönner, welches Thema liegt dir besonders am Herzen und was willst Du im Nationalrat durchsetzen?

Thomas Walach: Ein Thema für das ich mich ganz stark interessiere, ist die Medienlandschaft. Österreich hat seit langem eine ungesund hohe Medienkonzentration und ist daher besonders anfällig für Orbanisierungsversuche. Wir sehen gerade, dass die am Laufen sind. Strache hat es auf Ibiza angekündigt, Kurz ist schon längst dabei. Der Kurier wird momentan von der Raiffeisen, einem Unternehmen, das schon fast als ÖVP-Vorfeldorganisation gelten kann, und Kurz-Freunden wie René Benko kontrolliert. In der Krone zeichnet sich langsam ein ähnliches Bild ab. Es verdichten sich die Zeichen, dass der ORF in der kommenden Legislaturperiode als nächstes angegangen wird. Da stellen wir ganz sicher einen Grenzstein auf: dieses letzte verbindende Medium, das alle Österreicher informiert, das werfen wir den Kurz´schen Orbanisierungsfantasien sicher nicht zum Fraß vor. Dagegen kämpfen wir an, den ORF werden wir verteidigen und so viel vom Rest der Medienlandschaft wie möglich gleich mit! Wir müssen es schaffen, dass der ORF weniger abhängig von der Politik wird. Kurz plant das genaue Gegenteil.

ZackZack.at: Neben Deiner politischen Aktivität bist Du auch Chefredakteur von ZackZack.at. Wie würdest Du unser Medium beschreiben und wie sieht Dein Alltag in der Redaktion aus?

Thomas Walach: Unser Medium ist ein großangelegter Versuch, manches wieder gut zu machen, was die Linke und auch der linke Journalismus in den letzten drei Jahrzehnten versäumt haben. Nämlich, dem Aufstieg der Rechtspopulisten wirklich etwas entgegenzusetzen. Wer glaubt, man macht sich die Hände schmutzig, wenn man versucht, Leute zu erreichen, die nicht Standard oder Falter lesen wollen, sondern Boulevardmedien bevorzugen, der ist auf dem Holzweg! Was für eine Verachtung für die Leute spricht denn daraus, wenn man sagt: Boulevard ist schmutzig. Die Mehrheit der Österreicher konsumiert Boulevardmedien. Bedeutet das dann, wenn sie diese Medien konsumieren, dass die Leute auch schmutzig sind? Ganz sicher nicht! Aber diese moralische Überheblichkeit hat die linke Intelligenz in den letzten 30 Jahren vermittelt. Dagegen kämpfen wir an, wir ziehen die Samthandschuhe jetzt aus. Wir sorgen dafür, dass nicht alle Leute, die berechtigt angefressen sind, mangels Alternativen zu den Rechten wandern.

Zum Alltag: Es ist gleichzeitig der stressigste, als auch der lustigste Job, den ich jemals gemacht habe und das liegt daran, dass alle in der Redaktion wirklich großen Spaß an der Arbeit haben. Den muss man auch haben, denn wir haben eine so ernste Aufgabe, der man sich nur stellen kann, wenn man mit Freude an die Sache herangeht. Wir haben ein fantastisches junges und talentiertes Team, mit dem das Arbeiten so ein Vergnügen ist, dass ich jeden Tag gern in die Arbeit komme.

ZackZack.at: Hast Du auch Hobbies oder arbeitest Du nur?

Thomas Walach: Im Moment arbeite ich nur. Ich komme früh morgens in die Arbeit und falle spät nachts ins Bett. Meine Freunde werfen mir das zurecht vor, aber ich hoffe, dass ich bald wieder zu meinen Hobbies komme. Ich bin für österreichische Verhältnisse ein ziemlich guter Sportfechter gewesen und bin seit zwei Jahrzehnten als Trainer, momentan beim Wiener Sportklub, tätig. Wenn ich nicht in der Fechthalle bin, fahre ich in meiner Freizeit wahnsinnig gerne Motorrad und wenn zu viel Schnee dafür liegt, fahre ich leidenschaftlich Ski.

ZackZack.at: Zum Abschluss: Schnellfragerunde. Das höchste Gut in unserem Land ist … ?

Thomas Walach: Solidarität.

ZackZack.at: Einsame Insel, wen nimmst Du mit: Kickl oder Nehammer?

Thomas Walach: Kickl, der ist der interessantere Gesprächspartner.

ZackZack.at: Dein Lieblings-ZackZack.at-Artikel?

Thomas Walach: Das allererste Horoskop.

ZackZack.at: Danke für das Gespräch!

(bf)

Titelbild: ZackZack.at

Aktuell

Kampf um’s Güssinger Wasser – Worum ging es auf Ibiza wirklich? Osteuropäische Geschäftsleute liefern Wirtschaftskrimi in Wien