Wien, 28. August 2019 /

  • Mit 38 Jahren fast schon ein „alter Hase“ in der türkisen ÖVP
  • Spielt Oboe, wobei ihr auf politischem Parkett manchmal das Taktgefühl fehlt
  • Verurteilte als Richterin zwei Brüder, die gegen die Politik von ÖVP-Ministerin Fekter demonstriert hatten, zu so hohen Strafen, die selbst dem Staatsanwalt zu weit gingen

Profil:

Karoline Edtstadler absolvierte nach ihrer Zeit am Musischen Gymnasium Salzburg ein Studium der Rechtswissenschaft. Parallel zu ihrer Karriere als Richterin schaffte sie es nicht, ihre politische Brille abzulegen. Im Gegenteil: Nachdem sie 2008 als Richterin anfing, stieg sie in der ÖVP nach und nach auf.

Sie verurteilte als Richterin zwei Brüder, die gegen die Asyl- und Innenpolitik von ÖVP-Ministern Fekter demonstriert hatten, zu drastischen Strafen. Pikant: Das war selbst dem Staatsanwalt zu viel Härte, das Strafmaß wurde reduziert! Lange hielt sie sich nie in Ihren Ämtern. 2014 war sie im Kabinett von ÖVP-Justizminister Brandstetter, ehe sie nur ein Jahr später – ausgerechnet – bei der Wiener Korruptionsstaatsanwaltschaft als Staatsanwältin ernannt wurde.

Wieder ein Jahr später war sie auf einmal beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Hat sie dort gelernt, dass man NGOs als Handlanger von Schleppern bezeichnet? Schließlich landete die ehemalige Staatssekretärin im EU-Parlament. Dort soll sie den echten Konservativen, Othmar Karas, nach und nach ersetzen.

Allerdings drängt sich der Verdacht auf, dass ihr die Zeit im EU-Parlament jetzt schon zu lange vorkommt und Edtstadler auf etwas Anderes spekuliert: Das Innenministerium. Deshalb muss sie wohl auch die Feuertaufe gegen Peter Pilz im TV-Duell überstehen. Dabei kandidiert sie nicht einmal für den Nationalrat.

Kurz flüchtete nicht ohne Grund vor dem einzig echten Duell des Wahlkampfes: Gegen Pilz kann er nur verlieren. Wird Edtstadler wie sooft konfrontativ auftreten und sich gegen Pilz um Kopf und Kragen reden? Wir sind gespannt.

Interessantes:

Ihre Familie ist bestens in der Partei untergekommen: Der Sohnemann ist in der ominösen Funktion des „Burschenreferenten“ einer JVP-Ortsgruppe, ihre Schwester kandidiert gar auf der Nationalratsliste der ÖVP Niederösterreich. ZackZack.at sagt: So sans!

(red.)

Titelbild: APA Picturedesk, Grafik: ZackZack.at

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