Nach der gestrigen Plakatpräsentation von ÖVP und FPÖ kracht es zwischen den ehemaligen Koalitionspartnern. Das Problem: Die beiden Rechtsparteien plakatieren ein und denselben Spruch. Grund genug für den ÖVP-General Nehammer den Schmutzkübel aus dem Kasten zu holen. Er wirft der FPÖ billigen Plagiarismus vor, doch wer kupfert hier von wem ab?

Wien, 29. August 2019 /Altkanzler Kurz ist nicht gerade für seine kreativen und inhaltsvollen Wahlplakate bekannt. Stumpfe unpolitische Sätze wie „Es ist Zeit“ oder „Tun, was richtig ist“ dominierten die türkisenen Plakatflächen im Wahlkampf 2017. Nun übertrifft sich der Koalitionssprengmeister jedoch selbst. Mit dem Slogan „Einer, der unsere Sprache spricht“ plakatiert und plagiiert Kurz den nur kurz davor veröffentlichten FPÖ-Wahlkampfslogan. Auch der Hofer-Slogan „Einer, der unsere Werte noch lebt“ hat eine verblüffende Ähnlichkeit zu den Kurz Plakaten „Einer, der auf unsere Werte schaut“.

Nehammer verwirrt

ÖVP-General Nehammer sieht gewohntermaßen wieder mal keine Schuld bei seiner Partei und wirft mit Anschuldigungen um sich: „Hier dürfte es einfach so gewesen sein, dass man das Plakat von uns gesehen hat – und offensichtlich hat der Spruch so gut gefallen, dass die FPÖ ihn jetzt auch übernehmen wollte.“ So fletscht der Mann fürs Grobe seine Zähne in Richtung FPÖ. Kurios: der streitbare Slogan, den ÖVP und FPÖ abdruckten, wurde bereits 1999 von Jörg Haider plakatiert. Getextet wurde dieser damals vom heutigen FPÖ-Rammbock Herbert Kickl. 2015 zog der Ibiza-Spitzenkandidat HC Strache mit dem Slogan „Der Einzige, der unsere Sprache spricht“ in die damalige Wien-Wahl.

Inhaltsloser Populismus dominiert Rechtsparteien

Kritik erntete Haider für seinen Slogan 1999 damals besonders lautstark von ÖVP-Seite. Dies sei „billigster Populismus“, verlautbarte die damals noch schwarze Partei. Genau diese Form des Populismus ist nun unter Kurz gang und gäbe geworden.

Im Übrigen ist JETZT – Liste Pilz wieder mal die einzige Partei, die auf Plakate mit inhaltsleeren Slogans im Wahlkampf verzichtet.

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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