In der Steiermark treibt es die FPÖ gerade wild. Während Ex-Verteidigungsminister Mario Kunasek gierig versucht, Neuwahlen zu provozieren, schreckt die FPÖ vor nichts mehr zurück. Der RFJ Steiermark organisierte diesen Sommer ein 7-tägiges Ferienlager für Schulkinder. Wo? Im Haus der rechtsextremen, deutschnationalen Burschenschaft Arminia Graz. Dabei wirbt Kunasek mit dem eher verstörend wirkenden „Maskottchen Kunibär“. ZackZack.at berichtet.

Wien/Graz, 30. August 2019 / Die Grazer Burschenschaft Arminia bekennt sich zur deutschen Nation: In ihrem Kartelllied besingen die Arminen den Heldentod für „das deutsche Vaterland.“ In diesem Umfeld veranstaltet die steirische FPÖ Ferienlager für Kinder. Will man die Kinder nicht zu Österreichern erziehen, sondern zu „stolzen Deutschen“?

Ein Nazi-Massenmörder als Schutzpatron des FPÖ-Ferienlagers?

Das berühmteste Mitglied der Arminen war der Massenmörder und SS-Obergruppenführer Ernst Kaltenbrunner. Von 1943 bis Kriegsende war er Chef der Sicherheitspolizei und somit Leiter der Gestapo. Bei den Nürnberger Prozessen war er haupt-angeklagter Kriegsverbrecher.

In der rechtsextremen Bude des „Packer Hauses“ werden die Kinder dann durch „Kunibär“ belustigt. Welchen Zweck der grotesk und unbehaglich anmutende „Kunibär“ haben soll, wurde vom RFJ im Zuge einer Anfrage nicht beantwortet.

Auch Kunasek besuchte das Kinderlager. Zumindest weiß man nun, dass er sich nicht selbst als „Kunibär“ verkleidet. Foto: Facebook-Seite RFJ Steiermark.

 

Wer zahlt das Lager: FPÖ oder Burschenschaft?

Der RFJ konnte auch nicht klären, wieviel sich die FPÖ die Nutzung der Räumlichkeiten der Burschenschaft kosten lässt. Zahlt die FPÖ Miete an die Armina? Oder stellt die Arminia der FPÖ die Räumlichkeiten als „Freundschaftsdienst“ zur Verfügung? Das wäre zu vermuten, da der Grazer FPÖ-Gemeinderat Heinrich Sickl Mitglied bei der Arminia ist.

Sickl ist Geschäftsführer des rechtsextremen Magazins „Freilich“, das als Nachfolger der bekannten „Aula“ dient. In der „Aula“ schrieb auch Kunasek gerne mit. Hat Kunasek nun Sickl nach dem „Packer Haus“ gefragt, um der Partei dabei zu helfen, Kosten zu sparen? Immerhin steht der nächste sündteure Wahlkampf ins Haus.

Es sieht ganz so aus, als versuche die FPÖ, Kinder zu Blau-Wählern und Deutschlandpatrioten zu erziehen. Dazu greift die FPÖ auf ihre Verbindungen zu deutschnationalen Burschenschaften zurück.

(wh)

Titelbild: APA Picturedesk, Arminia-Graz.at

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