Über 100.000 Menschen wollten Karoline Edtstadler nach Brüssel schicken und sie im EU-Parlament sehen. Nach wenigen Wochen im Parlament verdichten sich jedoch die Anzeichen, dass Edtstadler nach der Wahl wieder nach Wien wechselt. Damit ignoriert sie den Willen der Wähler und zeigt, was ihr EU-Wahlkampf wirklich wichtig war: Ein reiner Marketing-Gag auf Steuerzahlerkosten!

Wien, 02. September 2019 / Die ÖVP benötigte für die EU-Wahl einen besonderen Kunstgriff: Einerseits musste man sich staatstragend geben und zur EU stehen. Das spielte man über Othmar Karas. Andererseits sollten auch die EU-Kritiker und FPÖ-Wähler angesprochen werden. Dafür stellte Kurz Karoline Edtstadtler nach Brüssel ab.

Überteures Marketing

Eigentlich wäre sie voll beschäftigt gewesen, denn mit der Ibiza-Regierung aus Türkis und Blau erhielt auch Edtstadler einen Posten. Und zwar einen, der eigentlich ziemlich arbeitsintensiv sein sollte: Sie wurde Staatssekretärin im Innenministerium und sollte Aufpasserin von FPÖ-Rammbock Kickl sein. Auch ohne Ibiza-Skandal hätte Edtstadler nach 18 Monaten die Kickl-Kontrolle aufgegeben.

Für Kurz war sie offenbar jene Person, die EU-kritische Wähler ansprechen sollte. Dafür wurde viel Geld in die Hand genommen. Nach ÖVP-Angaben wurden mehr als 100.000 Euro für den Wahlkampf von Edtstadler investiert. Wieviel die ÖVP für sie wirklich verprasste, verrät die ÖVP im Zuge einer Anfrage allerdings nicht. Auch die Frage, wie der Wahlkampf finanziert wurde, ließ die ÖVP unbeantwortet.

Was sich nun aber herausstellt: der gesamte Wahlkampf war ein einziger Marketing-Gag!

Nur ein kurzes Brüssel-Intermezzo?

Denn viele Zeichen deuten darauf hin, dass Kurz seiner „Iron Lady“ einen Ministerposten in einer kommenden Regierung versprochen hat. So schickt Kurz, der vor einem TV-Duell mit Pilz flüchtet, Edstadler zur Wahlkonfrontation mit JETZT-Spitzenkandidat Pilz. Und das obwohl Edtstadler nicht einmal kandidiert!

Kurz fordert das Innenministerium für die ÖVP. Und dafür hat er möglicherweise Edtstadler vorgesehen. Obwohl sie die ÖVP-Delegation in Brüssel leitet und ihr 115.891 Wähler eine Vorzugsstimme gaben? Doch nach der Wahl des Kabinett Kurz II kehrt sie wohl wieder nach Wien zurück. Damit ignoriert sie den Auftrag, den ihr die Bevölkerung gab. Sieht so eine aufrichtige, demokratische Politikerin aus?

Schon Wochen vor der Nationalratswahl nimmt Edtstadler ihre Arbeit im EU-Parlament überhaupt nicht ernst. Warum, wird ZackZack.at in wenigen Tagen berichten. Wir bleiben dran!

(wh)

Titelbild: APA Picturedesk

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