Im ORF-Sommergespräch geriet der Altkanzler immer wieder in Bedrängnis. Mit einer Vielzahl an rhetorischen Tricks und Unwahrheiten sah man Sebastian Kurz am Fluchtweg vor unangenehmen Themen wie Parteispenden, Postenschacher, Schreddern und Co. Doch auch zu künftigen Koalitionen äußerte sich der Altkanzler. Indem er Kickl aus dem Innenministerium verbannt sehen möchte, zeigt Kurz Präferenzen: Er will mit Grün – wer Kogler wählt, kriegt damit Kurz.

Wien, 03. September 2019 / Es ist das Schmierentheater des Wahlkampfs: die Szenen rund um FPÖ-Rammbock und Ex-Innenminister Herbert Kickl. Während er das Innenministerium leitete, unterwanderten Identitäre die Polizei, das BVT wurde international isoliert und loyalen FPÖ-Freunden schob Kickl Posten zu. Das Tempo von Kickl, mit dem er die „Orbanisierung“ Österreichs vorantreiben wollte, wurde Kurz auch in der Regierung unheimlich. Gleichzeit plakatieren beide die gleichen Slogans.

JETZT – Liste Pilz zieht als Stimme gegen Kurz in den Wahlkampf

Dennoch preschte Kurz-Jünger Blümel vor einigen Wochen vor und stellte Kickl ins Abseits. Der Altkanzler bekräftigte das Minister-Aus für Kickl nun im Sommergespräch. Höchstwahrscheinlich kann Kurz nach der Wahl aus 4 Beiwagerl auswählen: Grüne, SPÖ, FPÖ, NEOS. Nun ist klar, welches Beiwagerl für Kurz in der Pole-Position steht. Der Altkanzler wünscht sich die Grünen als Juniorpartner. Es könnte zudem sein, dass auch noch die NEOS dazukommen.

Doch wer macht in diesem Parlament, unter der Regierung Türkis-Grün, die Opposition? Etwa die Ibiza-Partei FPÖ? Was den Österreichern drohen könnte, käme es genauso, weiß man bereits aus der Vergangenheit. Die SPÖ hat laut Rendi kein Interesse an Opposition.

Die Oppositionsarbeit, die in den letzten 17 Monaten hauptsächlich von JETZT – Liste Pilz gestemmt wurde (ORF-Pötzelsberger: „Fleißigste Partei“), wird auch im neuen Nationalrat von Peter Pilz und dem Team JETZT getragen werden. Eine Stimme für Kogler könnte somit zu einer Stimme für Kurz werden. Dann kann sich der Altkanzler beim Ausverkauf der Republik und bei der Zerstörung der österreichischen Medienwelt austoben. Der Wahlkampfauftakt hat gezeigt: JETZT – Liste Pilz wird sich dem System Kurz, mitsamt seinen Oligarchen-Freunden, entgegenstellen.

(wh)

Titelbild: APA Picturedesk

Aktuell

Kampf um’s Güssinger Wasser – Worum ging es auf Ibiza wirklich? Osteuropäische Geschäftsleute liefern Wirtschaftskrimi in Wien