Saufen in Finnland am teuersten

Österreich laut Eurostat leicht über Durchschnittswert – Alkohol in Bulgarien, Rumänien und Ungarn am billigsten

Luxemburg/EU-weit, 06. September 2019 (APA) –

Sich einen Schwips zu holen, kostet in manchen EU-Ländern mehr als doppelt so viel als in anderen. Die höchsten Alkoholpreise wurden 2018 in Finnland verzeichnet, teilte Eurostat am Freitag wenig überraschend mit. Die nordeuropäischen EU-Staaten sind bekannt für ihre hohen Alkoholpreise. In Finnland liegt der Preisniveauindex laut der Statistikbehörde bei 182.

Ebenfalls weit über dem EU-weiten durchschnittlichen Preisniveauindex von 100 und auf Platz zwei liegt Irland mit einem Wert von 177, darauf folgt Schweden mit 152. In Österreich ist Alkohol Eurostat zufolge nur ein wenig teurer als im Schnitt – der heimische Index liegt bei 101.

Österreichs Nachbarland Ungarn hingegen gehört mit einem Wert von 77 zu den drei EU-Ländern mit den günstigsten alkoholischen Getränken. Billiger ist Alkohol nur in Bulgarien und Rumänien mit einem Index von jeweils 74.

Boris Johnson ignoriert Schwächeanfall von Polizistin

Britischer Premier nicht gerade als Gentleman bekannt

London, 06. September 2019 (APA/AFP) –

Der britische Premierminister Boris Johnson hat bei einem Auftritt an einer Polizeischule Sensibilität vermissen lassen. Der für seine Schnoddrigkeit berüchtigte Regierungschef sprach am Donnerstag an einer Akademie in Wakefield, als hinter ihm eine Kadettin, die zuvor mit ihren Kollegen mehr als eine Stunde in Reih und Glied auf Johnson gewartet hatte, einen Schwächeanfall erlitt und zu Boden ging.

Johnson drehte sich um und fragte: „Geht es Ihnen gut?“ Ohne sich dann weiter um die junge Frau zu kümmern, wandte er sich wieder zum Publikum und sagte: „Alles in Ordnung, tut mir leid, ich denke, das ist ein Zeichen für mich, zum Ende zu kommen.“ Stattdessen aber redete der Premierminister ungerührt weiter, beantwortete Fragen zum Brexit und als er schließlich seinen Auftritt beendete, hatte sich die Kadettin von allein wieder berappelt und war aufgestanden.

Das wenig einfühlsame Auftreten des Premiers sorgte bei seinen Gegnern für empörte Reaktionen. „Johnson hat die Schüler im Stehen warten lassen, und – wenig überraschend – eine von ihnen scheint in Ohnmacht gefallen zu sein“, sagte die innenpolitische Sprecherin der oppositionellen Labour-Party, Diane Abbott. „Er hat gesehen, was da passiert ist, und hat es ignoriert. Das besagt alles, was man über diesen Mann wissen muss – und wie wichtig ihm in Wahrheit der Polizeidienst ist.“

Keimbelastete Ratten ziehen durch Wien – Wissenschaftler besorgt

Mehr als die Hälfte trug multiresistente Staphylokokken in sich, jede siebente multiresistente Enterobakterien

Wien, 06. September 2019 (APA) –

Viele in Wien lebende Ratten sind Träger gefährlicher multiresistenter Keime. Sechs von zehn in der Wiener Innenstadt zwischen 2016 und 2017 gefangenen Ratten trugen multiresistente Staphylokokken in sich, jedes siebente Tier multiresistente Enterobakterien, berichten Wissenschafter im Fachjournal „Eurosurveillance“. Die Forscher bezeichnen diese Häufigkeit als „besorgniserregend“.

Für die Untersuchung der Forscher der Veterinärmedizinischen Universität Wien und der Österreichischen Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) gemeinsam mit deutschen Kollegen wurden zwischen September 2016 und Juni 2017 am Karlsplatz und am Donaukanal 76 Ratten (Rattus norvegicus) lebend gefangen. Von 62 Tieren konnten Daten in die Studie aufgenommen werden.

14,5 Prozent davon waren Träger multiresistenter Enterobakterien, deren wichtigster Vertreter als Kolibakterien bekannt sind, teilte die Uni am Freitag mit. Diese Häufigkeit sei vergleichbar zum in früheren Studien festgestellten Auftreten in anderen Großstädten, etwa Berlin mit 13,6 Prozent oder Hongkong mit 13,9 Prozent. Zudem trugen 59,7 Prozent der Ratten gefährliche, multiresistente Staphylokokken in sich.

„Obwohl die genaue Wechselwirkung zwischen mit multiresistenten Keimen belasteten Ratten und dem Risiko für die menschliche Gesundheit derzeit noch nicht geklärt ist, ist die von uns beobachtete Häufigkeit multiresistenter Keime besorgniserregend“, betonen die Studienautoren um Amelie Desvars-Larrive vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni. Sie verweisen etwa darauf, dass für die Studie Ratten in einem Grünbereich gefangen wurden, der im Sommer von Obdachlosen als Schlafstelle genutzt wurde. Das erhöhe das Risiko einer Übertragung resistenter Bakterien.

Die Forscher betonen, dass eine Übertragung auch in einer Vielzahl weiterer Szenarien denkbar sei. Für sie hat deshalb „die Bekämpfung von Ratten, aber auch anderer Nagetiere wie Mäuse, in Städten eine wichtige Priorität für die öffentliche Gesundheit“. Sie verweisen darauf, dass Ratten als die produktivste und am weitesten verbreitete städtische Schädlingsart gelten, sich von menschlichen Abfällen ernähren und das Abwassersystem besiedeln. Dadurch könnten sie häufig mit menschlichen Fäkalien interagieren und multiresistente Bakterien aufnehmen und verbreiten.

Titelbild: APA Picturedesk

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