Wien, 08. September 2019 /

– Mit 57 Jahren eine Kurz-Freundin, die schon für Schüssel arbeitete

– Angeblich Politikwissenschafterin, jedoch ohne Kenntnis über echte faschistoide Umtriebe

– findet es in Ordnung, dass interne Dokumente veröffentlicht werden, solange die Dokumente nicht von der ÖVP sind

Profil:

Heidi Glück begann ihre einschlägige Karriere zwar beim ORF, doch trieb es sie zügig in die Hände von Wolfgang Schüssel. Jener Mann, der Österreich den Finanzmärkten auslieferte, und als Ziehvater von Ex-Kanzler Kurz gilt, holte Heidi Glück in die Presseabteilung der ÖVP. Dort fungierte sie von 2000 bis 2007 als Pressesprecherin des schwarz-blauen Ex-Kanzlers. Von dort aus erklärte sie ganz Österreich z. B., warum private, überbetriebliche Pensionskassen eine gute Idee wären.

Nach der Kanzler-Ära von Schüssel verschwand Glück aus der politischen Szene. Kein Wunder: Schüssel und seine Clique waren nach Korruptionsskandalen und ihrer Industriellenpolitik nicht mehr recht beliebt. Heidi Glück werkte eine Reihe dahinter weiter und gründete ein Medienberatungsunternehmen. Erst seitdem Sebastian Kurz, der von Wolfgang Schüssel über Jahre „gepusht“ wurde, die ÖVP übernommen hatte, wurde auch Glück wieder aktiv. Offiziell ist sie keine Beraterin des Altkanzlers, sie tausche sich nur regelmäßig mit ihm aus.

Seitdem fällt sie immer wieder mit demokratiepolitisch bedenklichen „Sagern“ auf. „Die ÖVP darf die Wahl nicht verlieren“, posaunte sie beispielsweise vor der EU-Wahl im Mai hinaus. Im Wahlkampf 2017 sagte sie über Kurz: „Kurz denkt nicht einmal daran, Vizekanzler zu werden.“ Pikant: Zum Satz von Peter Pilz, „das Projekt Kurz faule von innen heraus“, entgegnete sie dem CvD von ZackZack.at in der Puls 4-Nachanalyse, dies wäre faschistoid. ZackZack.at stellt klar: Faschistoid meint Aussagen oder Umstände, die dem Faschismus ähnlich sind. Dass ausgerechnet eine schwarz-blaue bzw. aktuell türkis-blaue „Medienberaterin“ dem Antirechten Peter Pilz dies vorwirft, war für viele Beobachter extrem grotesk. Passte aber in die Umkehr-Strategie türkiser Kommunikatoren: Anpatzen, das sind immer die anderen.

Interessantes:

Aktuell geht die ÖVP gegen den „Falter“ gerichtlich vor. Sie behauptet, dass interne Dokumente, die dem Falter zugespielt wurden, falsch wären. Im Oktober 2017 sagte Heidi Glück im Report Spezial zum Silberstein-Skandal: „Wenn die ÖVP Informationen über Interna des SPÖ-Wahlkampfs erhält, was soll sie machen, außer dass sie sie Journalisten erzählt, oder, dass sie sie verbreitet.“

Offenbar gelten für die ÖVP andere Regeln, als für andere Parteien.

(wh)

Titelbild: APA Picturedesk

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