Wien, 09. September 2019/

  • Mit 73 Jahren das perfekte Beispiel dafür, dass auch angeblich Konservative im Alter noch die Seiten wechseln und zu Rechtsextremen überlaufen
  • Hält gerne Reden mit einer Fackel in der Hand, ohne zu wissen vor wem sie redet
  • Findet 8.700 Euro als nicht-amtsführende Stadträtin „Peanuts“

Profil:

Ursula Stenzel, bekannt geworden als ehemalige ZIB-Moderatorin und spätere EU Abgeordnete der ÖVP. Ab 2005 herrschte sie über den ersten Wiener Gemeindebezirk so rigide, dass selbst Margret Thatcher als Linksextreme durchgehen würde. Die Iron Lady wollte die Sperrung der Parks für Nichtanrainer, zog in den Krieg gegen Punschstände und Straßenkünstler, da sie nicht in das Bild ihrer konservativen Blase passten. Als man sie einem Hotel auf Steuerzahlerkosten unterbrachte, dass nicht ihren Standards gerecht wurde, entgegnete sie in einem Fernseh-Interview: „Das war auf Kosten des Staates, aber wenn man so schwer arbeitet, darf man nicht untergebracht werden wie ein armer Flüchtling, der ohne Pass reist“.

Nach ihrem Abschuss 2015 als ÖVP-Bezirksvorsteherin erfolgte der nächste logische Schritt für eine Bonzen-ÖVPlerin mit steigendem Altersrassismus: Kandidatur bei der FPÖ. 2016 wurde sie für gefühlte drei Minuten als Präsidentschaftskandidatin gehandelt. Agierte daraufhin als „Expertin“ und erhob Nazi-Vorwürfe gegen Van der Bellens Vater. Die Vorwürfe wurden bereits Jahre zuvor als unrichtig klargestellt. Auch Verschwörungstheorien ist die Grande Dame der Einzelfälle nicht abgeneigt. Wahlmanipulationsvorwürfe und Kalter-Krieg-Methoden mittels Radiowellen gehören zum täglichen Weltbild Stenzels.

Interessantes:

Seit 2015 ist sie nicht-amtsführende Stadträtin Wiens. Ein Posten, der nicht die Welt verändert. Für ein läppisches Gehalt von 8700 Euro. Stenzel selbst bezeichnete ihr Honorar als „Peanuts“. Einen weiteren „Höhepunkt“ erreichte sie dieses Wochenende, als sie beim Marsch der rechtsextremen Identitären Bewegung mit Fackel in der Hand eine Rede hielt. Kurios: Laut ihrer Aussage wusste sie nicht, dass bei der Kundgebung Identitäre anwesend waren. Es war wohl nicht der letzte Einzelfall Stenzels, an einen Rücktritt denkt sie schließlich nicht.

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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