Die SPÖ will unbedingt regieren. Das bekräftigte Rendi-Wagner in der PULS4-Wahlarena ein weiteres Mal. Doch eine Regierung nach dem 29.9. geht nur mit der Kurz-ÖVP. Und Kurz will nicht mit der SPÖ. Das ist eine schlechte Ausgangslage für das rote „Beiwagerl“. Deshalb feuert die SPÖ lautstark aus allen Rohren: „Lasst uns mitregieren, Opposition ist Mist!“

Wien, 11. September 2019 / Bereits im ORF-Sommergespräch im August irritierte Rendi-Wagner: „Opposition ist Mist“, bekundete die Spitzenkandidatin. Obwohl die SPÖ Altkanzler Kurz mit einem Misstrauensantrag aus dem Kanzleramt beförderte, würde sie nach der Wahl mit Kurz regieren. Wenn er sie nur nehmen würde.

Rendi-Wagner macht Sebastian schöne Augen

Das verwunderte auch viele SPÖ-Unterstützer. Denn auch für sie ist Sebastian Kurz ein „No-Go“. Am Liebsten, würde Rendi-Wagner die Wahl gewinnen, doch das ist angesichts der Umfragen wohl reiner Zweckoptimismus. Aber warum verwehrt sich die SPÖ so sehr gegen die Opposition? Für Peter Pilz von JETZT ist es klar: „Die SPÖ ist genetisch oppositionsunfähig“, das haben die Roten unter türkis-blau ein weiteres Mal bewiesen.

Es war auch JETZT, die den Misstrauensantrag gegen Kurz ins Spiel brachte. Auch hier agierte die SPÖ ängstlich und unsicher. Die Oppositionsrolle ist für die SPÖ unbrauchbar. Peter Pilz stellt klar warum: „Man kann aus einem Igel keinen Kampfhund machen,“ lautet sein Urteil über die Sozialdemokraten.

Nur mit der FPÖ will die SPÖ nicht, soweit hält der innerparteiliche Konsens noch – mit Ausnahme von Doskozil und der Burgenland-Regierung. Das aber die ÖVP inhaltlich der FPÖ um nichts mehr nachsteht, ist der SPÖ offenbar egal. Obwohl sich die ÖVP unglaubliche Fehltritte im Wahlkampf geleistet hat und obwohl Kurz gleich nach Ibiza sagte, die SPÖ wolle nicht mit ihm koalieren, hält sich die SPÖ mit Kritik an Kurz zurück. Stattdessen verlangt „Enfant terrible“ Dornauer unbedingt türkis-rot!

SPÖ braucht Futtertrog

Kaum Kritik kommt von der SPÖ zur drohenden „Orbánisierung“ der Medienlandschaft, keine Worte zu den 40 Millionen Euro Schulden der ÖVP. Brisant: auch die erweiterten Prüfrechte der Parteifinanzen durch den Rechnungshof blockiert die SPÖ. Stattdessen positioniert sich Rendi-Wagner in der PULS4-Wahlarena am Sonntag noch einmal: „Die SPÖ muss in die Regierung“, fordert sie. Auf Nachfrage, ob sie sich denn als Juniorpartner von Kurz sehe, blieb sie stumm. Ein klares Nein sieht anders aus.

Gut möglich, dass Kurz für eine Koalition mit der SPÖ, den Kopf von Rendi-Wagner fordert. Im Kampf um die optimale Startposition für das rote Beiwagerl, wäre die SPÖ wohl schnell bereit, Rendi-Wagner an der Spitze der Partei zu ersetzen. Nur in der Regierung kommt die SPÖ an den Goldtopf der Republik, und an diesen Goldtopf will die SPÖ unbedingt.

Nur eine einzige Partei schließt einen Pakt mit Sebastian Kurz aus. Jeder der sich im Kabinett Kurz II, gleich mit welchem Beiwagerl, eine funktionierende Opposition wünscht, muss JETZT – Liste Pilz wählen.

(wh)

Titelbild: APA Picturedesk, Adobe Stock

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