Die Kurierredaktion lobhudelte sich gestern selbst beim ausgerufenen Kurier-Tag. Zur Feier des Tages veranstaltete die drittgrößte überregionale Zeitung Österreichs eine Elefantenrunde mit allen Spitzenkandidaten. Mit allen? Nein, einer fehlte. Peter Pilz wurde bei der Auswahl der Kandidaten umgangen. Welche Motivation könnte eine der größten Tageszeitungen Österreichs haben, eine Parlamentspartei auszuladen? Zackzack.at beleuchtet die Hintergründe der Benko-Raiffeisen-Zeitung.

Wien, 13. September 2019/ Seit 12. November 2018 hat der Kurier einen neuen Miteigentümer. Möbelhaustycoon und Kurz-Spezi René Benko besitzt mit seiner Signa-Gruppe 24 Prozent der Tageszeitung. Der Milliardär ist bekanntermaßen ein enger Vertrauter des Altkanzlers. Ein möglicher Grund, dass der Fluchtweg von Kurz vor Pilz nun auch im Kurier weitergeht. Unterstützt wird dies auch von der im September 2018 installierten Chefredakteurin Martina Salomon, die selbst von Kurier-Karikaturisten Michael Pammesberger als Hardcore-ÖVPlerin dargestellt wurde. 50 Prozent des Kuriers gehören zudem der Raiffeisen Bank, die laut Falter-Informationen der ÖVP Millionenkredite zugestanden haben soll.

Auch Krone in Hand von Benko

Zum selben Zeitpunkt als sich Benko beim Kurier einkaufte, erwarb er auch 24 Prozent an der Kronen-Zeitung. Dass die genannten Zeitungen nicht gut auf Pilz zu sprechen sind, erkannte man auch am Wochenende. Der selbsternannte „Journalist“ Michael Jeannée veröffentlichte eine Hasspredigt auf Peter Pilz und den Falter-Chefredakteur Florian Klenk. Beide haben bereits rechtliche Schritte gegen die Krone und den Verfasser angekündigt.

Kurz droht mit Orbanisierung

Kürzlich äußerte sich Sebastian Kurz über sein Medienverständnis: „Ich glaube, gefährlich wird es dann, wenn der Unterschied zwischen veröffentlichter Meinung und öffentlicher Meinung zu groß wird. Wenn klassische Medien sich mit anderen Themen auseinandersetzen, als für die Bevölkerung relevant ist.“ Eine gefährliche Ansage für nicht auf türkiser Schiene fahrende Nachrichtenmedien.

Es gibt nur eine Partei gegen den Zugriff auf freie Medien

Die einzigen, die sich konsequent gegen die Orbanisierung und Vereinnahmung von Medien einsetzen, ist das Team von JETZT- Liste Pilz. Die Verhinderung der drohenden Übernahme des ORF durch türkis-blaue Umbesetzungen ist eine der größten Anliegen von JETZT – Liste Pilz.

 

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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