Wickelmaschinen und Wombat-Kacke: Ig-Nobelpreise verliehen

Klamauk, Papierflieger und echte Nobelpreisträger: Die schrillen Ig-Nobelpreise sind schon lange Kult

Boston, 13. September 2019 (APA/dpa) –

Kinderspucke, Wickelmaschinen, magnetisierte Kakerlaken und würfelförmige Wombat-Kacke: Zehn wissenschaftliche Studien, die „erst zum Lachen und dann zum Denken anregen“, sind an der US-Eliteuniversität Harvard mit den „Ig-Nobelpreisen“ ausgezeichnet worden (gesprochen „ignoble“, was übersetzt etwa unwürdig heißt).

Die traditionell schrille Gala mit mehr als 1.000 Zuschauern fand in der Nacht auf Freitag bereits zum 29. Mal statt. Diesmal stand sie unter dem Oberthema „Gewohnheiten“.

Die undotierten Preise sollen nach Angaben der Veranstalter „das Ungewöhnliche feiern und das Fantasievolle ehren“. Zwischendurch fliegen bei der so ganz anderen eineinhalbstündigen Preisverleihung Papierflieger durch die Luft, es gibt Sketche und bizarre Kurz-Opern. Wie jedes Jahr reisten auch diesmal wieder echte Nobelpreisträger an.

Der niederländische Forscher Andreas Voss von der Radboud-Universität Nijmegen und sein Sohn Timothy gewannen gemeinsam mit dem Kollegen Habip Gedik die Auszeichnung in der Kategorie Wirtschaft für eine Studie darüber, welches Papiergeld aus welchem Land am besten gefährliche Bakterien verbreitet. „Geldscheine, die sich klebrig oder dreckig anfühlen, müssen nicht verseucht sein“, sagte Timothy Voss in seiner Dankesrede. „Aber der rumänische Leu und der US-Dollar gehörten zu den schlimmsten Währungen. Bei denen können wir euch nur einen Rat geben: Faltet sie zu Papierfliegern und schmeißt sie gleich weg.“

Zudem gewann der deutsche Forscher Fritz Strack von der Universität Würzburg in der Kategorie Psychologie für seine Entdeckung, dass es Menschen zum Lächeln bringt und glücklicher macht, wenn sie einen Stift im Mund halten – um dann zu entdecken, dass das doch nicht stimmt. Strack bedankte sich auf der Bühne mit einem Gedicht.

In der Kategorie Medizin gewann ein Wissenschafter aus Italien und den Niederlanden für die Sammlung von Beweisen, dass Pizza gegen Krankheiten und Tod schützt – wenn sie in Italien gemacht und gegessen wird. Die italienische Ernährungsweise sei einfach sehr gesund, erklärte Forscher Silvano Gallus auf der Bühne. „Aber lasst die Finger weg von der Salami.“ In der Kategorie Biologie gewannen Wissenschafter aus Singapur, China, Australien, Polen, Bulgarien und den USA für die Entdeckung, dass tote magnetisierte Kakerlaken sich anders verhalten als lebende magnetisierte Kakerlaken.

Wissenschafter aus Japan bekamen den Preis in der Kategorie Chemie für die Schätzung des Volumens der Spucke, die ein typisches fünfjähriges Kind pro Tag produziert. 500 Milliliter seien das, verriet einer der Forscher – und brachte gleich seine inzwischen erwachsenen drei Söhne mit, die vor vielen Jahren als Testobjekte gedient hatten. Forscher aus Frankreich wurden ausgezeichnet, weil sie Temperatur-Asymmetrien am Hodensack bei nackten und angezogenen Briefträgern in Frankreich maßen. Ein Wissenschafter aus dem Iran erhielt den Preis in der Kategorie Technik für die Erfindung einer Wickelmaschine für menschliche Babys.

Forscher aus Großbritannien, Saudi-Arabien, Singapur und den USA bekamen die Auszeichnung in der Kategorie Frieden für den Versuch, den Genuss am Kratzen einer juckenden Stelle am Körper zu messen. Und Wissenschafter aus den USA, Taiwan, Australien, Neuseeland, Schweden und Großbritannien wurden in der Kategorie Physik für Untersuchungen ausgezeichnet, wie und warum Wombats würfelförmig kacken.

Moderator Marc Abrahams, Herausgeber einer wissenschaftlichen Zeitschrift zu kurioser Forschung, beendete die Gala wie immer mit seinen traditionellen Abschlussworten: „Wenn Sie dieses Jahr keinen Ig-Nobelpreis gewonnen haben, und besonders dann, wenn Sie einen gewonnen haben: mehr Glück im nächsten Jahr!“

Großer Asteroid fliegt an der Erde vorbei

Mit Abstand von rund fünf Millionen Kilometern

Darmstadt, 13. September 2019 (APA/dpa) –

Himmelsbeobachter können in der Nacht auf Sonntag einen vergleichsweisen großen Asteroiden beim Passieren der Erde beobachten. Der 370 Meter große Brocken fliege mit einem Abstand von rund fünf Millionen Kilometern an der Erde vorbei und stelle keine Gefahr für den Planeten dar, sagte Detlef Koschny, Asteroiden-Experte bei der europäischen Raumfahrtagentur ESA, am Freitag.

„Spannend sind Asteroiden, die innerhalb der Mondbahn mit bis zu 400 000 Kilometern Abstand an der Erde vorbeifliegen“, erklärte Koschny. Alles, was weiter weg sei, beobachte die ESA nicht. Der im Jahr 2000 entdeckte Körper „2000 QW7“ stehe deshalb auch nicht auf der sogenannten Risikoliste der Raumfahrtagentur: „Auf der Liste sind nur die Asteroiden aufgeführt, die in den nächsten 100 Jahren theoretisch auf die Erde treffen könnten.“ Das sei bei „2000 QW7“ definitiv nicht der Fall.

Bemerkenswert sei allerdings die Größe des Asteroiden: Wäre er auf der derzeit 880 Asteroiden umfassenden Risikoliste, so würde er sich in puncto Größe in die Top 20 einsortieren. Amateur-Astronomen mit einem durchschnittlichen Teleskop können den Himmelskörper Koschny zufolge bei seinem Vorbeiflug sehen.

Den nächsten sogenannten Flyby des Asteroiden erwarten die Experten im Jahr 2068 – dann ist er mit einer Entfernung von 15 Millionen Kilometern allerdings noch sehr viel weiter von der Erde weg als an diesem Wochenende.

Akute Eisschlaggefahr an Vorarlbergs höchstem Berg Piz Buin

Warnung vor gefährlichem Eisabbruch wegen Gletscherrückgangs

Bregenz, 13. September 2019 (APA) –

Am Piz Buin, mit 3.312 Metern Vorarlbergs höchster Berg, steigt die Eisschlag-Gefahr. Die Gletscher gingen auch im Silvretta-Massiv zurück. Darum komme es immer wieder zu Eisabbrüchen im Gletscherbereich. „Grundsätzlich kann ich nur empfehlen, dass Touren in diesem Bereich in Begleitung eines Bergführers unternommen werden“, warnte Martin Netzer, Bürgermeister von Gaschurn (Montafon).

Da es sich um hochalpines Gelände handle und es in der Eigenverantwortung der Alpinisten liege, wo sich diese bewegten, weise man hiermit auf die Gefahr von Eis- und Steinschlag hin, hieß es in der Mitteilung der Gemeinde. Im Bereich des Zu- und Abstiegs zum Piz Buin sei diese Gefahr sehr präsent. Es drohe, ein Teil des „Eisbalkons“ abzubrechen, hieß es. Nicht nur in dem Bereich, sondern generell, sei aufgrund der klimatischen Veränderungen im Hochgebirge mit alpinen Gefahren zu rechnen. Die Gemeinde veröffentlichte auf ihrer Homepage www.gaschurn-partenen.at Geländeaufnahmen, in denen die Gefahrenzonen ausgewiesen sind.

Laut Landesgeologe Walter Bauer steigt die Gefahr von Steinschlag und Rutschungen in Vorarlberg nicht an, wenn man sich die Statistik der vergangenen 200 Jahre ansehe. „Die Lage bleibt eigentlich konstant. Es gab hier immer Schadensereignisse und Bewegungen, egal ob in der Kälteperiode 1850 bis 1880 oder in der jetzigen Wärmeperiode. Das gehört zum Leben in den Alpen dazu“, sagte Bauer.

Der Großteil der Fläche Vorarlbergs liege so tief, dass wichtige Infrastruktur von einem Abtauen des Permafrostes wenig betroffen sei. Die Situation am Ochsentaler Gletscher am Piz Buin sei aufgrund der Höhe eine Ausnahme. Ein Eisbruch dort sei „mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten“ und werde wohl die darunter verlaufende Wanderroute treffen, daher habe man Maßnahmen ergriffen, betonte Bauer.

Titelbild: Pixabay

Aktuell

Kampf um’s Güssinger Wasser – Worum ging es auf Ibiza wirklich? Osteuropäische Geschäftsleute liefern Wirtschaftskrimi in Wien