Schamane wollte „Dämon“ Putin vertreiben – in Psychiatrie eingewiesen

Russischer Oppositionsführer Nawalny wirft Kreml KGB-Methoden vor

Moskau, 20. September 2019 (APA/AFP) –

Ein sibirischer Schamane, der den „Dämon“ Wladimir Putin aus dem Kreml vertreiben wollte, ist in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden.

Alexander Gabyschew sei am Freitag zur Untersuchung seines Zustands in eine Klinik seiner Heimatrepublik Jakutien gebracht worden, erklärte das örtliche Gesundheitsministerium. Am Vortag war der Schamane auf seinem Weg nach Moskau in der westsibirischen Republik Burjatien festgenommen worden.

Gabyschew war im März zu einem tausende Kilometer langen Fußmarsch nach Moskau aufgebrochen, um den russischen Präsidenten aus dem Kreml zu verbannen. „Gott hat gesagt, Putin sei ein Dämon. Die Natur mag ihn nicht. Wo er sich aufhält, gibt es Naturkatastrophen und Terrorakte“, sagte der 51-Jährige im Juli dem Oppositionssender Doschd. Ohne Putin werde es „tausend Jahre Ruhe und Wohlstand“ geben, versprach er.

In den vergangenen Wochen wurde der Schamane von einer wachsenden Schar Anhänger begleitet. Seine Mission erregte zunehmend Interesse in den sozialen Netzwerken und in den Medien und sorgte immer wieder für Probleme mit örtlichen Behörden.

In der Nacht zum Donnerstag wurde er schließlich festgenommen, als er mit seinen Gefolgsleuten in der Nähe des Baikalsees campierte. Die Polizei erklärte zunächst, er werde nach Jakutien zurückgeflogen, wo er wegen eines Vergehens gesucht werde. In einem von den örtlichen Medien nach seiner Festnahme veröffentlichten Video erklärte Gabyschew, er sei in der Stadt Jakutsk, habe einen Anwalt und werde korrekt behandelt.

Oppositionsführer Alexej Nawalny warf dem Kreml vor, Gabyschew nach alten KGB-Methoden mundtot machen zu wollen. „Putin wurde von einem Schamanen mit einem Leiterwagen in Angst und Schrecken versetzt und befahl, ihn in einer Irrenanstalt wegzusperren“, erklärte Nawalny auf Twitter. Dort könne der 51-Jährige ohne Anklage und Urteil unbegrenzt festgehalten werden. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte vor Journalisten, er kenne die Hintergründe von Gabyschews Festnahme nicht.

Die Anhänger des Schamanen wollen nun ohne ihn weiterziehen. „Wir werden so lange weiterwandern, bis er wieder frei ist“, sagte einer von ihnen in einem Internet-Video.

Schamanismus ist eine in Russland vor allem in Sibirien verwurzelte Praxis, mit der Welt der Geister und verstorbener Ahnen in Kontakt zu treten. Aufgabe der Schamanen ist es, Kranke zu heilen, Unheil abzuwenden und Prognosen zu erstellen – mit dem Ziel, die „kosmische Ordnung“ wiederherzustellen.

Rugby: Gastgeber Japan gewann WM-Eröffnungsspiel glatt

Tokio, 20. September 2019 (APA/dpa) –

Nach anfänglicher Nervosität hat Japan in Tokio das Auftaktspiel der Rugby-Weltmeisterschaft souverän gewonnen. Die Gastgeber setzten sich am Freitag mit 30:10 (12:7) gegen den im zweiten Abschnitt stark abbauenden Außenseiter Russland durch. Herausragender Akteur war der Japaner Kotaro Matsushima, dem drei Versuche gelangen.

Erster Höhepunkt des bis zum 2. November dauernden Turniers ist am Samstag das Gruppenspiel zwischen Neuseeland und Südafrika in Yokohama. Die Neuseeländer waren bei den letzten zwei Weltmeisterschaften erfolgreich, davor holte Südafrika den Titel.

Wer hat die Flamingos geklaut?

 Fünf Tiere aus Freizeitpark gestohlen

München,24.Juli.2019 (APA/dpa) – Fünf Flamingos hat ein Unbekannter aus dem Freizeitpark Geiselwind (Landkreis Kitzingen) gestohlen. Zumindest spricht nach Polizeiangaben vom Mittwoch alles für einen Diebstahl – denn fliegen könnten die langbeinigen, rosafarbenen Vögel nicht, und das Gelände sei umzäunt. Mögliche Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden.

„Mit Diebstählen haben wir es zwar tagtäglich zu tun, aber dass es Diebe offenbar auf Flamingos abgesehen haben, war uns in dieser Form nicht bekannt“, sagte ein Sprecher. Er nannte den tierischen Diebstahl einen „ungewöhnlichen“ Fall.

Dieser muss sich nach Erkenntnissen der Flamingo-Fahnder zwischen Montagnachmittag und Dienstagmorgen ereignet haben. Da bemerkte ein Tierpfleger, dass die fünf Flamingos aus dem Gehege im Bereich des Haupteingangs verschwunden sind. Einbruchspuren gebe es nicht.

Ein Blattfloh namens Frodo

Weniger als zwei Millimeter lang

Wellington, 20. September 2019 (APA/dpa) –

Neuseeländische Wissenschafter haben einen neu beschriebenen Blattfloh nach dem Hobbit Frodo Beutlin aus „Herr-der-Ringe“ benannt. Psylla frodobagginsi sei weniger als zwei Millimeter lang und gehöre zu den Springläusen, teilte der Forschungsverbund Bio-Protection am Freitag mit. „Der Name wurde wegen der geringen Größe dieser Psyllidenart gewählt – und weil sie aus Neuseeland stammt.“

Der Regisseur Peter Jackson hatte die Fantasy-Romane des britischen Schriftstellers J.R.R. Tolkien einst in Neuseeland verfilmt. Viele der atemberaubenden Landschaftsszenen aus den Filmtrilogien „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“ wurden auf der Südinsel gedreht, wo Psylla frodobagginsi gefunden wurde. Neuseeland vermarktet sich seit langem als Heimat der Roman-Hobbits.

Die kleine Pflanzenlaus ist nicht das erste Tier, das nach einem Charakter aus Tolkiens Büchern benannt ist. Unter anderem gibt es bereits den Schlangenkopffisch Aenigmachanna gollum, die Legolasia-Wespe, die Sauron-Spinne und die Smeagol-Schnecke.

Titelbild: APA Picturedesk, Pixabay

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