Das katastrophale Ergebnis der Blauen am vergangenen Sonntag hat heute sein erstes Opfer gefordert. Ex-Parteichef Heinz-Christian Strache zog die Konsequenzen und nahm heute in einer Pressekonferenz Abschied aus der FPÖ. Damit kam er wohl seinen ehemaligen Parteikollegen zuvor, die lautstark über einen Rausschmiss des Spesenkönigs nachgedacht hatten. Zudem beantwortete er die Frage über seine weitere politische Zukunft und der Spekulation über die „Liste Strache“.

Wien, 01. Oktober 2019 / Im Wiener HCH Restaurantbetrieb versammelte Heinz-Christian Strache Journalisten, um eine persönliche Erklärung abzugeben. Strache startete seine Rede gleich im Verteidigungsmodus. Alle Vorwürfe der letzten Tage rund um die Spesenaffäre seien falsch. Kurz darauf ließ der Ex-Parteichef die nicht so überraschende Bombe platzen: Seine FPÖ-Mitgliedschaft wurde ruhend gestellt. Womit er nach den Ankündigungen von ranghohen FPÖ-Funktionären, ihn rauszuschmeißen, seinen ehemaligen Kameraden zuvorkam.

Keine politische Funktion mehr

Auch über seinen zukünftigen politischen Weg tat Strache seine Meinung kund. Die kolportierte „Liste Strache“ würde es demnach für die kommende Wien-Wahl im nächsten Jahr nicht geben. Er werde sich aus dem politischen Geschäft vollständig zurückziehen. Über die Zukunft seiner Frau Philippa in der Freiheitlichen Partei äußerte sich der ehemalige Vizekanzler nicht. Auch deswegen erlaubte Strache wohl keine Fragen der anwesenden Journalisten.

Shitstorm nach Katastrophen-Wahl

Nach dem miserablen Ergebnis der FPÖ letzten Sonntag bei der Nationalratswahl mit einem Minus von fast 10 Prozent, musste sich Strache auf seiner Facebookseite viel Kritik anhören. Nicht nur von seinen „Fans“ hagelte es Beschimpfungen, auch innerparteilich scheint der Haussegen schief zu hängen. OÖ-Landeschef Manfred Haimbuchner kritisierte Strache öffentlich und kündigte bereits eine Suspendierung Straches an. Der Tiroler Landeschef der FPÖ, Markus Abwerzger, äußerte sich noch härter und sagte im heutigen Ö1-Morgenjournal, dass sobald sich die Spesenvorwürfe erhärten, Strache ausgeschlossen werden müsse.

 (bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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