Zombies sind nicht nur eine Fiktion von TV-Shows, im Reich der Tiere sind sie bereits Realität. Besonders betroffen ist die im Amazonas lebende 24-Stunden-Ameise. Sie ist eine der größten lebenden Ameisenarten der Welt. Eine einzige, von Cordyceps betroffene, Ameise kann einen ganzen Stamm ausrotten. Doch was unternehmen Ameisen gegen diese Krankheit?

Wien, 04. Oktober 2019 / Eine 24-Stunden-Ameise verhält sich seltsam. Ihre Bewegungen wirken zuckend, als hätte sie die Kontrolle über ihren Körper verloren. Die Arbeiterinnen des Stammes sind alarmiert. Schnell wird eine Arbeiterin auserkoren, die die Seltsame weit weg von der Kolonie entfernen soll. Diagnose: Cordyceps.

Die Zombiefizierung beginnt

Der parasitäre Pilz hat die Ameise befallen und steuert durch seine ausufernden Wurzeln das Nervensystem des Insekts. Die Ameise wird gezwungen, hohe Gräser oder Bäume zu erklimmen, um so sonnige Plätze mit der richtigen Luftfeuchtigkeit zu finden. Hat sie einen Platz gefunden, ufert der Pilz im Hirn der Ameise weiter aus, um ihre Bewegungsfreiheit weiter einzuschränken. Die Ameise wird gezwungen, sich an ihrem Platz festzubeißen, sodass der Pilz eine optimale Position für die Vermehrung einnehmen kann.

Science-Fiction wird Realität

Kaum fühlt sich Cordyceps wohl, startet die Metamorphose der Ameise. Aus dem Kopf des Insekts startet der Pilz bohnenstangenförmig zu sprießen. Eine Szene, die man normalerweise nur aus Science-Fiction-Filmen kennt. Bis zu drei Wochen dauert es, bis er vollkommen ausgewachsen ist. Kaum erreicht er seine vollständige Größe, lässt er Sporen frei, um weitere Tiere zu befallen. Jedes Insekt in der Nähe wird mit dem tödlichen Pilz infiziert. Dieser kann so ganze Kolonien auslöschen.

Nicht nur Ameisen betroffen

Sobald die Arbeiterinnen merken, dass ein Stammesmitglied infiziert ist, wird ein Sondertrupp alarmiert, der die infizierte Ameise so weit wie möglich von der Kolonie entfernen soll. Doch nicht nur Ameisen sind von der tödlichen Krankheit betroffen. Über tausend verschiedene Sorten von Cordyceps gibt es auf der Erde. Jede einzelne spezialisiert auf andere Arten von Insekten. Für Heuschrecken, Käfer oder Schmetterlinge aller Arten gibt es je einen Cordyceps, der sie befällt. Zumindest für den Menschen stellen diese keine Gefahr dar. Bis jetzt.

(bf)

Titelbild: Screenshot/youtube/NationalGeographic

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