Bis auf ein Mandat sind alle Plätze im Parlament bereits vergeben. Über das einzige noch ausstehende wird heute innerhalb des FPÖ-Parteivorstandes getagt. Philippa Strache soll laut FPÖ-Granden ihr Mandat nicht annehmen. Die Angst innerhalb der FPÖ-Gremien vor einer Rache der Straches ist jedoch groß. Auch Parteifreunde des ehemaligen Chefs der Freiheitlichen müssten sich für diese Entscheidung gegen ihn stellen. Der blaue Hexenkessel droht überzukochen.

Wien, 07. Oktober 2019 / Das desaströse Nationalratswahlergebnis der letzten Woche schlägt bei den Blauen noch immer hohe Wellen. Die „ehrenamtliche“ Tierschutzsprecherin Philippa Strache steht nach den Spesenvorwürfen gegen sich und ihren Mann HC heftig in der Kritik. Heute Nachmittag entscheidet der FPÖ-Parteivorstand, ob Philippa ihr Mandat annehmen darf. Eine heikle Entscheidung, stehen doch nächstes Jahr die Wahlen in der Bundeshauptstadt an. Eine Kandidatur Straches mit einer eigenen Liste könnte der FPÖ massiv Stimmen kosten.

Parteifreunde in der Zwickmühle

Auch wenn sich bereits hochrangige FPÖler, wie Hofer, Kickl oder Haimbuchner gegen Philippa ausgesprochen haben, besitzt der Ex-Vizekanzler noch eine Menge alter Parteifreunde innerhalb der FPÖ. Besonders pikant: Der langjährige Abgeordnete und Strache-Sympathisant Harald Stefan ist der entscheidende Faktor, ob Philippa Strache ihr Mandat annehmen kann. Sollte er sein Mandat über den Regionalwahlkreis annehmen, würde die drittgereihte Philippa über die Wiener Landesliste nachrutschen und so eines der beiden Mandate erhalten.

Droht der Rundumschlag von HC?

Eine Absage an Philippa könnte die FPÖ teuer bezahlen. Auch wenn Strache letzte Woche seinen vollkommenen Rückzug aus der Politik postulierte, könnte es sich der ehemalige Chef nach seiner Suspendierung aus der FPÖ noch einmal überlegen. Die Angst vor einem Antreten HCs in Wien mit eigener Liste würde den ohnehin schon angeschlagenen Freiheitlichen einen weiteren Dämpfer versetzen. Laut einer „Heute“-Umfrage ist Strache für 16 Prozent noch immer wählbar. Fünf Prozent würden ihm auf jeden Fall ihre Stimme geben. Die heutige Entscheidung wird jedenfalls nicht über die Bühne gehen, ohne dass es ordentlich scheppert im blauen Karton.

(bf)

Titelbild: Screenshot/Instagram

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