In Innsbruck geht es rund – rund um die Patscherkofelbahn. Nachdem am Dienstag die beiden Geschäftsführer der Bahn von Bürgermeister Willi gefeuert wurden, musste die ehemalige ÖVP-Politikerin und jetzige Vizebürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (Liste „Für Innsbruck“) über die Klinge springen. Mit Sprengkraft für die Innsbrucker Koalition. Plant Georg Willi Neuwahlen? Ist das alles nur ein Ablenkungsmanöver?

Wien, 11. Oktober 2019 / Willi gab gestern an, die Notbremse ziehen zu müssen. Die „Schrecksekunde“ für die Notbremsung dauerte aber offenbar von Mitte Juni bis gestern Nacht. Und wirklich neue Erkenntnis gibt es nach dem Kontrollamtsbericht im Juni ebenfalls keine. Kein Wunder, dass die beiden Koalitionspartner SPÖ und ÖVP nicht mitzogen. Christine Oppitz-Plörer wurde letztlich mit den Stimmen der Grünen und der Opposition abgewählt.

Vergangenheitsbewältigung oder politisches (Klein-)Geld?

Die Gemeinderätin Irene Heisz (SPÖ) hält die Abberufung von Oppitz-Plörer für „ein politisch würdeloses und menschlich letztklassiges Spektakel“. Der Gemeinderat weiß schließlich seit dem Sondergemeinderat im Juli „um keinen Beistrich mehr“. Selbst Julia Seidl von den NEOS, die für die Abwahl stimmten, war der Meinung, dass nicht der Kapitän alleine schuld ist, sondern immer die ganze Crew. Die Position der ÖVP war ebenfalls schon vorher klar gegen die Abwahl, da es „keine neuen belastenden Erkenntnisse seit dem Sondergemeinderat gibt“.

Rolle der Grünen schleierhaft

Eines darf auch nicht vergessen werden. Es stehen neben Oppitz-Plörer auch zwei grüne Stadträte der Kritik. Das sind Uschi Schwarzl und Gerhard Fritz. Schwarzls Rolle in der Patscherkofel-Affäre ist derzeit noch offen und unklar. Angeblich hat sie ebenfalls schon früh von der Kostenüberschreitung gewusst. Hier prüft die Staatsanwaltschaft gerade, ob ein Ermittlungsverfahren in der Causa Patscherkofel einzuleiten ist. Fritz wiederum steht im Zentrum eines neu aufgetauchten Altlasten-Skandals. Hier tut offenbar ein grünes Ablenkungsmanöver Not.

Wie geht es weiter?

Die Lage ist also richtiggehend verworren. Willi hat ohne die Unterstützung der Liste „Für Innsbruck“ keine Mehrheit im Gemeinderat. Der Altlastenskandal um den grünen Stadtrat Gerhard Fritz zieht auf. Und die FPÖ macht Willi schöne Augen und nennt ihn dieser Tage einen „gescheiten Mann“. Ein Schelm, wer Böses denkt.

(sm)

Titelbild: APA Picturedesk

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