Wien, 12. Oktober 2019 /

  • Mit 41 Jahren ein etwas älterer Kurz-Jünger
  • Teil des Verhandlungsteams bei den Koalitionsgesprächen der Türkisen
  • typischer ÖVP-Karrierist

Profil:

Stefan Steiner, geboren in Wieselburg, ist einer der engsten Berater von Sebastian Kurz. Er wuchs im schwarzen Niederösterreich und in der Türkei auf, weshalb er auch fließend Türkisch spricht. Auch letzteres verschaffte ihm schließlich einen Posten als Sektionschef im Integrationsstaatssekretariat, als Sebastian Kurz dort seine Weichen für den Angriff auf die „alte“ ÖVP stellte. Die „alte“ ÖVP kennt Steiner auch sehr gut: Er gilt als Ziehsohn des ewigen Landesfürsten Erwin Pröll. Dieser holte Steiner aus dem Innenministerium, als er unter Maria Fekter als Referent diente. Steiner leitete dann die politische Abteilung der ÖVP. Er ist nicht nur Zeitzeuge der internen Machtkämpfe zwischen Schwarz und Türkis – er ist auch einer der Architekten der „neuen“ Volkspartei und wirkte maßgeblich an der Umfärbung mit. Der Kurz-Intimus sieht sich selbst gerne im Hintergrund und als Stratege aus der zweiten Reihe. Damit teilt er eine Gemeinsamkeit mit zwei weiteren Verbündeten des Alt-/Neokanzler-Stabes: Bernhard Bonelli und Gerald Fleischmann. Auf ihn kann sich Kurz verlassen, zum Beispiel auch, was die Kopie der blauen Hardliner-Position bei der Flüchtlingspolitik betrifft. Diese trägt vor allem Steiners Handschrift. Steiner und Kurz sind vor allem wirtschafts- und sicherheitspolitisch voll auf einer Wellenlänge. Seine Beratungsdienste zahlen sich offenbar aus: Wie schon 2017 ist Stefan Steiner Mitglied des kleinen Verhandlungsteams der Türkisen für die Regierungsgespräche mit SPÖ, Grünen und NEOS.

Interessantes:

Nach außen trat Elisabeth Köstinger 2017 als Generalsekretärin und damit Hauptverantwortliche für den türkisen Wahlkampf auf. Allerdings gilt Stefan Steiner als der wahre General dieser Zeit. Auch heuer leitete er wieder die Kampagne von Sebastian Kurz – obwohl General Nehammer nach außen hin als der Hauptverantwortliche in Erscheinung trat, mit teils skurrilen Auftritten. Steiner macht sich also selbst nicht die Hände schmutzig mit Nebelkerzen, wie der Schredderaffäre und Hacking-Angriffen, die keine sind. Zumindest nicht öffentlich.

(wb)

Titelbild: APA Picturedesk

Aktuell