Türkische Nationalspieler sorgten gestern beim 1:1 in der EM-Quali gegen Frankreich für den nächsten Eklat. Aller UEFA-Drohungen zum Trotz, salutierten die Nationalspieler nach dem Ausgleich erneut mit dem Militärgruß in Richtung Fans, um ihre Unterstützung für die Militäroffensive Erdogans auszudrücken.

Wien, 15. Oktober 2019 / Am vergangenen Freitag erhitzten die türkischen Spieler des Nationalteams die Gemüter der europäischen Fußballföderation UEFA. Nach ihrem Last-Minute-Siegtreffer gegen den direkten Konkurrenten Albanien salutierte die Mannschaft vor den frenetisch jubelnden Anhängern mit einer Militär-Geste. Die Geste soll die Unterstützung für die umstrittene türkische Militäroffensive in Syrien zum Ausdruck bringen. Die UEFA hat bereits wegen des Vorfalls am Freitag Ermittlungen eingeleitet. Nun kam es gestern Abend im Frankreich zu einem erneuten Eklat.

Torschütze wendet sich von Team ab

Nach dem 1:1-Ausgleichstreffer durch den Düsseldorf-Spieler Kaan Ayhan, versammelte sich die Mannschaft wieder vor der türkischen Tribüne und salutierte vor den eigenen Fans. Diesmal nahmen jedoch nicht alle Spieler an dem kriegsverherrlichenden Gruß teil. Torschütze Ayhan jubelte zwar über den Treffer, verweigerte jedoch, wie einige andere Spieler, die provozierende Geste. Dies taten sie sehr zum Unmut Erdogan-treuer Nationalspieler, die Ayhan wütend zum Salutieren animieren wollten. Ayhan wandte sich schließlich von seinen Teamkollegen ab und begab sich auf den Weg Richtung Mittelauflage.

Wie reagiert die UEFA?

Bereits am Wochenende nach dem Albanien-Spiel ließ die UEFA verlautbaren, dass es für die Türkei Konsequenzen geben würde. Ein Termin für die Ermittlungen war mit Donnerstag, 17. Oktober angesetzt. Der neuerliche Aufruhr am gestrigen Abend wird vermutlich weitere Konsequenzen nach sich ziehen. Politische Statements sind laut UEFA während der Spiele verboten.

Auch hohe Wellen in Deutschland

Besonders in Deutschland sorgten die Vorkommnisse für Aufregung. Die beiden deutschen Nationalspieler mit türkischen Wurzeln, Ilkay Gündogan und Emre Can, gefiel ein Foto des türkischen Teamstürmers Cenk Tosun, worauf die salutierenden Spieler zu sehen waren. Die beiden Deutschen nahmen ihre „Gefällt mir“-Angabe jedoch sofort zurück und beteuerten, dass es sich um keine bewusste politische Meinungsäußerung hielt. DFB-Teamdirektor Oliver Bierhoff ließ in einem Statement über den Kurznachrichtendienst Twitter verlautbaren: „Sie wissen, dass es ein Fehler war.“

 (bf)

Titelbild: Screenshot – Instagramm

Aktuell

Wer ist Gerald Grosz?