Brisante Nachrichten erschüttern aktuell das Haselsteiner-Imperium: Die Ehefrau von Hans-Peter Haselsteiner, österreichischer Bautycoon erster Klasse, soll sich in den 1970er Jahren ihren akademischen Titel erkauft haben. Beinahe zeitgleich ging Haselsteiner an die Presse und gab seine Wunschkoalition bekannt.

Wien/Innsbruck, 25. Oktober 2019 / Am Rande einer Pressekonferenz zeigte sich der selbsternannte Philanthrop als Polit-Experte. Eines hat er den anderen Experten voraus – er zahlte einer Partei Millionen, um sie ins Parlament zu hieven. Offiziell macht er das aus reiner Nächstenliebe. Dass er ein finanzkräftiger Industrieller ist, der via STRABAG und Westbahn einige geschäftliche Interessen in Österreich hat, ist dabei nebensächlich.

Magister-Titel erkauft?

Seine Wunschkoalition überraschte nicht: Er wolle ÖVP-SPÖ-NEOS. Wofür die NEOS in einer großen Koalition gebraucht werden, ließ Haselsteiner offen, denn auch ohne NEOS hätte eine große Koalition die Mehrheit. Will Haselsteiner bloß seine Interessenvertretung in der Regierung wissen?

Man könnte es annehmen, denn wie es Haselsteiner in Wahrheit mit Moral und Ethik hält, lässt ein neuer Artikel des Aufdecker-Blogs dietiwag.org vermuten. Darin wird Brisantes aufbereitet, unter anderem durch ein ausführliches Interview mit dem eigentlichen Verfasser der Diplomarbeit von Ulrike Haselsteiner. Der Vorwurf gegen die Haselsteiner-Frau: Wissenschaftsbetrug. Kein Wort der Magisterarbeit soll aus ihrer Feder stammen! Es gilt die Unschuldsvermutung.

Wusste Hans-Peter Haselsteiner über Betrug Bescheid?

Brisant: Auch Haselsteiner soll über den Betrug voll im Bilde gewesen sein, so der Vorwurf. Und der Deal klingt ziemlich traditionell: Ulrike dürfe erst nach ihrem Uni-Abschluss den Haselsteiner heiraten, so die Regel von Toni Lerchenbaumer, Ulrikes Vater. Von diesem bekam der Autor auch den Auftrag, die Magisterarbeit anzufertigen. Der Autor belegt dies mit einer Vielzahl an Dokumenten. Ulrikes Beitrag zu „ihrer“ Magisterarbeit: 0 %.

Die spätere Frau von Haselsteiner kann nicht strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Wissenschaftsbetrug ist nur im akademischen Umfeld geächtet, strafrechtlich allerdings nicht relevant. Auch wenn dies unter anderem der deutsche Hochschulverband schon länger fordert. Doch auf das Haselsteiner-Imperium, das sich immer wieder moralisch emporhebt, wirft dieser Fall ein besonders fahles Licht.

(wh)

Titelbild: APA Picturedesk

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