Im Ringen um einen Ausweg aus der britischen Brexit-Blockade macht Oppositionschef Jeremy Corbyn (Labour) den Weg frei für Neuwahlen. Die Bedingung, dass ein ungeregelter EU-Austritt vom Tisch sein müsse, sei jetzt erfüllt, sagte der Labour-Vorsitzende am Dienstag nach Angaben seines Büros. Jedoch stellte Corbyn einige weitere Forderungen an den bulligen Premier Johnson.

London, 29. Oktober 2019 / Johnson kündigte vor Vertretern seines Schattenkabinetts an, in den Wahlkampf zu starten. Der britische Premierminister (Tories, konservativ, red.) will im Laufe des Tages im Parlament eine Gesetzesänderung durchsetzen, um am 12. Dezember Neuwahlen ansetzen zu können. Er benötigt dafür die absolute Mehrheit im Unterhaus, auf die er mit Hilfe der Opposition kommen kann.

Corbyn stellt Forderungen

Nachdem bei der gestrigen Abstimmung im britischen Unterhaus, die Entscheidung bezüglich Neuwahlen scheiterte, überraschte heute der Labour-Chef und Oppositionsführer Corbyn mit seiner Sinneswandlung. Er verknüpfte seine Zustimmung zu den Neuwahlen jedoch mit der Forderung, das Wahlalter auf 16 herabzusetzen. Außerdem sollen vor Ort lebende EU-Bürger an den Wahlen teilnehmen dürfen. Corbyn erhofft sich durch diese beiden Maßnahmen eine erhöhte Pro-EU-Stimmung. Jüngere Briten sind demnach der Europäischen Union positiver gestimmt als die Generationen vor ihnen. Neben der Labour-Partei sprachen sich auch die Schottische Nationalpartei SNP und die Liberaldemokraten für Neuwahlen aus.

(APA/bf)

Titelbild: ISABEL INFANTES / AFP / picturedesk.com

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