Ein Streik der Metaller lag in der Luft. Nach vier Verhandlungsrunden zwischen Gewerkschaft und Konzernchefs konnte man sich noch immer nicht auf eine Lohnerhöhung einigen. Doch dann die Wende: Betriebsversammlungen waren bereits organisiert, doch heute Nacht konnte man die Verhandlungen abschließen. Der Mindestlohn steigt auf 2.000 Euro, die Erhöhung beträgt damit zwischen 2,6 und 2,8 Prozent.

Wien, 29. Oktober 2019 / Die Gewerkschafter von PRO-GE und GPA-djp forderten eine berechtigte Lohnerhöhung: 4,5 Prozent mehr sollte es für die 130.000 Metaller geben. Denn laut Gewerkschafter würde die Wirtschaftslage in der metalltechnischen Industrie noch immer solide aussehen: Es gibt Wachstum, wenn auch langsameren. Davon sollten die „Hackler“ auch gebührend profitieren.

Von 4,5 Prozent Forderung bleiben 2,7 Prozent übrig

Die Betriebschefs sahen dies naturgemäß anders. „Die Situation hat sich deutlich verschlechtert und die neuesten Daten sind als Stoppschild zu verstehen. Es wird Zeit, dass die Gewerkschaften ihre Wahlkampfbrille ablegen und den Blick auf die Lage wieder scharf stellen“, kam noch vor wenigen Tagen vom Knallhart-Fachverbandsobmann Christian Knill.

Die Zeichen standen auf Streik und Arbeitskampf. Heute Nacht kam es dann doch noch zu einer Einigung: nach elf Stunden Verhandlungsmarathon blieben von den 4,5 Prozent Forderung 2,7 Prozent tatsächliche Lohnerhöhung übrig. Die niedrigen Gehalts- und Lohngruppen werden um 2,8 Prozent erhöht, mittlere um 2,7 Prozent und hohe um 2,6 Prozent. Auch im Rahmenrecht einigten sich die KV-Verhandler auf Änderungen: Jubiläumsgelder können von Beschäftigten ab April 2020 in bezahlte Freizeit umgewandelt werden. Der Verbrauch kann dabei individuell vereinbart werden.

Mindestlohn wird um 75 Euro erhöht

Die Zulagen steigen um 2,6 Prozent, die Lehrlingsentschädigungen um 2,7 Prozent und die Diäten um zwei Prozent. Ein Erfolg der Gewerkschafter: Der Mindestlohn wird um 75 Euro auf 2.000 Euro brutto erhöht! „Der neue Mindestlohn mit 2.000 Euro hat eine enorme sozialpolitische Signalwirkung“, so die gewerkschaftlichen Chefverhandler Rainer Wimmer (PRO-GE) und Karl Dürtscher (GPA-djp).

Damit müssen laut Christian Knill rund 180 Millionen Euro mehr an die Arbeiter bezahlt werden. Angesichts der 39 Milliarden Euro Produktionswert, die von den Arbeitern 2018 geschaffen wurden, ein verschmerzbarer Betrag. Auch wenn die Branche in diesem Jahr nicht so stark wachsen sollte, wie von der Gewerkschaft erwartet, können die Betriebs-Bosse der Firmen Andritz, Doppelmayr und Co. diese geringfügige Erhöhung locker machen.

(apa/red.)

Titelbild: APA Picturedesk

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