Der Zentralfriedhof ist ein besonderes Kulturgut von Wien. Er ist ein Zeichen der vielfältigen Geschichte der Stadt. Doch immer wieder sorgt er auch mit eher seltsam anmutenden Aktionen für Aufsehen. Nun wurde ein Souvenirshop geöffnet. Für alle, die heute den Zentralfriedhof besuchen, empfiehlt die ZackZack.at-Redaktion: Gehen Sie zum alten jüdischen Friedhof!

Wien, 1. November 2019 / „Es lebe der Zentralfriedhof, und alle seine Toten.“ – Eine berühmte Zeile der Austro-Legende Wolfgang Ambros. Die letzte Ruhestätte hinter Simmering ist nicht nur der Ort der besinnlichen Andacht, sondern auch beliebter Ort für Touristen und Wiener. Vor allem für die Touristen gibt es nun ein besonderes Special der Stadt Wien: einen Souvenirshop.

Ein Souvenirshop am Zentralfriedhof

Erhältlich: T-Shirts, USB-Sticks, Plüschtiere, Brettspiele, Mozart-, Strauß- und Beethoven-Badeenten – insgesamt 25 verschiedene Artikel. Alles Artikel, die nicht im Bestattungsmuseum zu finden sind. Der Anklang sei positiv, der Shop werde angenommen, meint ein Sprecher der Wiener Bestattung.

Geschmacklos? Erst kürzlich ereignet sich eine Kontroverse um die Läufer, die im Zentralfriedhof ihre Runden drehen. Denn die Friedhof-Besucher fühlten sich von den zahlreichen Sportfreunden gestört, die Ruhe im Friedhof würde erheblich gestört werden. Die Stadt Wien ging aber auf die Läufer zu und errichtete eine eigene Laufstrecke – obwohl die Volksanwaltschaft von einer „Störung der Totenruhe“ sprach.

Der alte Jüdische Friedhof

Mit der Laufstrecke wollte man die Läufer „kanalisieren“, auch der Titel der Strecke „Silent Run“ weist darauf hin, dass von den Läufern besondere Rücksicht gefordert wird. Und es wäre keine einzige konkrete Beschwerde über die Läufer eingelangt. Mit der Umleitung habe die Verwaltung des Zentralfriedhofs seine Arbeit getan, denn es seien nicht die „Massen, die am Zentralfriedhof laufen“.

Wem aber auch der Souvenirshop zu weit geht und wer sich am 1. November nur etwas andächtige Ruhe gönnen will, dem empfiehlt die ZackZack.at-Redaktion: einen stillen Spaziergang am alten jüdischen Friedhof. Der offen gelassene Friedhof-Teil wirkt mystisch und der Gang durch die verwachsenen und allein gelassenen Gräber scheint einer Zeitreise zu gleichen. Er berichtet von einer längst vergangen Wiener Zeit, als die jüdische Bevölkerung in Wien noch weitaus größer war. Viele der Toten sind schon lange vergessen, niemand gedenkt ihnen mehr.

(wh)

Titelbild: ZackZack

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