Seit November ist eine neue Zeitrechnung in Österreich angebrochen: Wir sind in der Ära des Rauchverbots angekommen. Aus Shisha-Bars, Raucher-Bereichen und verrauchten Wirtshäusern wurde eines: Nichtraucherzone. Hat sich etwas geändert, außer die Luft in Bars und Lokalen?

Wien, 04. November 2019 / Viel Wirbel gab es um die Verbannung der „Tschick“. Und rauchfreie Lokale könnten mehr verändern als nur die Lokale selbst. Gehsteige, voll mit Menschen, die man so eher aus Spanien oder Italien kennt, könnten nun auch in Österreich zur Regel werden. Denn nach dem ersten Wochenende ist die Bilanz eindeutig: Die Menschen halten sich an das neue Gesetz.

Alles ruhig

Die Mehrheit folgt, nur einzelne „Illegale“ wurden nach dem ersten Wochenende gemeldet. Und kontrolliert wurde bisher nur in Wien. Zwei aggressive Rauch-Rebellen wurden von einem Wiener Gürtellokal direkt in Gewahrsam genommen – auch dort war kein „tschicken“ erlaubt. Bei den beiden handelte es sich allerdings vorranging um ein Alkohol-Problem, erst dann um ein Rauch-Problem.

247 Lokale wurden allein am Allerheiligengürtel geprüft, in nur einem einzigen Lokal wurde die neue Richtlinie nicht eingehalten. Einige Gastronomen klagten erwartungsgemäß über Umsatzeinbußen: „Die Leute stehen draußen auf den Gehsteigen, anstatt in der Bar zu konsumieren.“ Größere Gastronomie-Ketten werden es sicherlich verschmerzen können.

Frische Luft und Widerstand

Kleinere Wirte fühlen ihr Geschäft weiter bedroht und haben noch nicht aufgegeben. Sie planen eine Demonstration am 23. November und auch ein Volksbegehren für das Recht auf Rauch-Lokale ist initiiert.

Klar ist: Die Straßen werden voller werden, an Plätzen mit sensiblen Anwohnern könnte durchaus ein mehr an Konfliktpotential bieten. Doch dagegen steht die frische Luft im Lokal, die selbst von vielen Rauchern geschätzt wird. Und die gibt’s jetzt österreichweit – ohne Ausnahme, zumindest vorerst.

(wh)

Titelbild: APA Picturedesk

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