Die Lufthansa-Mitarbeiter sind im Arbeitskampf. Aktuell widersetzt sich die Lufthansa, ihre Einkommen überhaupt zu verhandeln. Deshalb schritten die Flugbegleiter voran: Sie wollen ab morgen für 2 Tage streiken. Die Lufthansa versucht, dies unbedingt zu verhindern. Ihr Mittel: Ein Eilantrag vor Gericht zum Zwecke einer einstweiligen Verfügung.

Berlin, 06. November 2019 / Am Donnerstag wollen die Lufthansa-Flugbegleiter in den Streik treten. Nach den Warnstreiks vor zwei Wochen soll es jetzt ernst werden: Man geht in den Arbeitskampf. Und die Bosse des Flugkonzerns sind schon im Widerstand: Sie wollen den zweitägigen Streik verhindern.

Konzern bekämpft Gewerkschaftsvorstand

Dabei sind die Konzernchefs ziemlich kreativ: Per Eilantrag soll eine einstweilige Verfügung erwirkt werden. Aktuell läuft die Verhandlung. Die führende Gewerkschaft UFO (Unabhängige Flugbegleiter Organisation) sträubt vor Wut. Denn laut ihnen richten sich die 400 Seiten-Klagen auch gegen die Vorsitzenden von UFO. So wurden auch Sylvia De la Cruz und Daniel Flohr persönlich verklagt – ein Novum. Mögliche Strafe gegen die beiden Vorsitzenden: Ordnungshaft und Schadenersatz in Millionenhöhe.

Denn die Lufthansa jammert seit Tagen über die ausfallenden Flüge. Zu groß seien die Umsatzverluste, auch wenn es dem Klima nicht schaden würden. Wie immer: Was dem Klima taugt, ärgert die Wirtschaft.

Heben die Flieger morgen ab?

Die UFO fordert aktuell gar keine Gehaltserhöhungen. Sie wollen überhaupt wieder in Verhandlungen mit der Lufthansa eintreten. Denn seit einem Jahr blockiert die Lufthansa Verhandlungen über höhere Tarife. Zugleich behauptet der Konzern, die UFO wäre keine legitime Gewerkschaft und dürfe deshalb nicht streiken. UFO sieht das anders und ruft die Lufthansa-Mitarbeiter kollektiv zum Mitmachen auf.

Am Abend hat die Lufthansa zum Treffen mit drei Gewerkschaften gerufen. Auch die anderen beiden Arbeitsvertreter erkennen UFO nicht an. Bis dahin ist auch schon das Urteil im Gericht verkündet. Ob die Lufthansa-Flieger morgen nicht abheben, ist äußerst ungewiss.

Update 11:40 Uhr: Das Arbeitsgericht Frankfurt lehnte die Einstweilige Verfügung der Fluggesellschaft gegen den Streik ab. Rechtsmittel gegen diese Entscheidung sind aber noch möglich.

Update 16:00 Uhr: Mittlerweile hat die Lufthansa 1.300 Flüge für die nächsten beiden Tage gestrichen. Die Umwelt freut sich über die kurzfristige Entlastung.

(wh)

Titelbild: pixabay

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