Jetzt also doch: Knapp einen Monat nach dem gefilmten Sexskandal vom Györ-Bürgermeister kommt sein Rücktritt. Die Orgie mit Prostituierten kostete ihn zwar nicht die Wahl, allerdings seinen Job. Nach 13 Jahren ist seine Zeit als Bürgermeister vorbei. Das freut vor allem Orban, denn seine Fidesz will die Sexorgie verschweigen und so schnell wie möglich vergessen machen.

Wien/Budapest, 06. November 2019 / Es war der große Aufreger vor der ungarischen Kommunalwahl: Ungarns Ibiza-Skandal! Kurz vor der Wahl kam Material ans Licht, die Zsolt Borkai, Györs Bürgermeister, bei einer Privatorgie zeigten. In den Videos und Fotos vergnügte sich Borkai auf einer Luxusjacht mit Prostituierten und einer Menge Alkohol. Zusätzlich zu dem Sex-Material wurde dem Fidesz-Politiker massive Korruption vorgeworfen.

Katholische Politik machen und Orgien feiern

Eine Woche später wurde Borkai dennoch zum stärksten Mann in Györ gewählt. Zwar erlitt die Orban-Partei Fidesz erhebliche Verluste, er wurde aber knapp Erster. Trotzdem ist seine Zeit als Györ-Chef vorbei: Nach 13 Jahren als Bürgermeister verkündete er heute seinen Rücktritt. Dies teilte er per offenen Brief mit, seine Facebook-Seite war daraufhin nicht mehr abrufbar.

Im Brief bestreitet er jegliche Korruption und Drogenkonsum. Die Orgie mit den Prostituierten bestreitet der Familienvater aber nicht. Für einen Politiker, der für eine konservative Familienpolitik steht, sollte dies jede Glaubwürdigkeit zerstören. Besonders katholisch war sein Video-Auftritt jedenfalls nicht. Das dachte sich wohl auch Orban, denn über den Rücktritt reagierte die Orban-Regierung äußerst erfreut. Die Orban-Truppe ist seit der Veröffentlichung ohnehin mit Totschweigen beschäftigt. Das wird durch Borkais Rücktritt bestimmt einfacher.

Baldige Neuwahlen

Der Orban-Presse war aber auch der Rücktritt nur noch eine kleine Meldung wert. Der Skandal-Bürgermeister soll so schnell wie möglich aus den Köpfen der Ungarn verschwinden.

Sein Rücktritt soll am Freitag erfolgen – einen Tag, nachdem sich das neue Parlament von Györ konstituiert hat. Dort wird Borkai noch anwesend sein, um seinen Rücktritt schriftlich einzureichen. Dann wird es baldige Neuwahlen in Györ geben, das verlangt das Gesetz.

Borkais Rechtfertigungen erinnern an die von Ibiza-Strache: Es wurde ihm eine professionell vorbereitete Falle gestellt, nur zum Zweck, ihm zu Schaden. Sein Glück: Zumindest hatte auf der Luxusjacht mehr Spaß als HC Strache in der berühmten Ibiza-Villa.

(wh)

Titelbild: Screenshot/atv.hu

 

Aktuell