Die Auswirkungen von Türkis-Blau haben es in sich: Die Politik der sozialen Kälte „zahlt sich aus“. Nur nicht für Jobsuchende und Arbeitslose. Neueste Zahlen des Arbeitsmarktservice (AMS) legen schonungslos offen, wie ein Anstieg bei den Sanktionen gegen tatsächliche und vermeintlich Arbeitsunwillige zu verzeichnen ist.

Wien, 06. November 2019/ Österreich ist sozial kälter geworden. Was viele bereits vermutet haben, bestätigen nun die neuesten Zahlen des Arbeitsmarktservice (AMS). Demnach gab es im ersten Halbjahr 2019 genau 71.634 Sanktionen gegen Bezieher von Arbeitslosengeld und Notstandshilfe, also rund 12.000 mehr als im Vergleichsraum 2018.

Industrie und ÖVP können zufrieden sein

Sowohl die türkis-blaue Ex-Regierung, als auch die Industrie forderten das AMS bereits 2018 auf, restriktiver gegenüber Arbeitslosen und Arbeitssuchenden zu werden. Diesen Wunsch scheint das AMS erfüllt zu haben. Betroffene schildern, dass ihnen gegenüber mehr Druck ausgeübt wird, zum Beispiel auch, um unpassende Stellen nehmen.

Zumutbarkeitsgrenzen fallen

Wer eine Arbeitsaufnahme verweigert oder vereitelt, dem droht eine Sperre des Arbeitslosengeldes oder der Notstandshilfe für sechs Wochen! Als Vereitelung gilt, wenn man beim Bewerbungstermin mehr Geld verlangt, als einem laut Kollektivvertrag zustehen würde. Auch wer in einem Bewerbungsschreiben Überqualifikation andeutet, läuft Gefahr gesperrt zu werden.

Das AMS forciert auch, den Wünschen der türkis-blauen Ex-Regierung entsprechend, die „überregionale Vermittlung.“ So müssen Jobsuchende auch Stellen in einem anderen Bundesland annehmen, wenn eine Unterkunft zur Verfügung gestellt wird.

Der frostige Wind beim AMS hat wohl nichts mit der Jahreszeit zu tun.

 (fr)

Titelbild: APA Picturedesk

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