In nur vier Arbeitstagen in der Woche mehr erreichen: Microsoft stellt bei einem Experiment in Japan, der Nation der „Workaholics“ schlechthin, fest: es geht. Das Ergebnis ist so sensationell, dass das Experiment wiederholt werden soll.

Wien, 7. November 2019 / Die Japaner sind weltweit bekannt für ihre verrückt hohen Überstunden: In der japanischen Arbeitskultur gilt als guter Mitarbeiter, wer vor dem Chef zu arbeiten beginnt – und nach ihm aufhört. Für den Tod durch Überarbeitung gibt es in Japan sogar ein eigenes Wort, „Karoshi“. Auch Selbstmord durch Überarbeitung ist in Japan keine Seltenheit. Japan versucht nun, seine Workaholics mittels gesetzlicher Obergrenze für Überstunden auszubremsen und zu etwas Ruhe zu zwingen: so dürfen „nur noch“ 100 Überstunden im Monat und 720 Überstunden im Jahr verrichtet werden. Umso überraschender, dass Microsoft gerade in Japan sein Experiment der Vier-Tage-Woche durchführt – und sensationelle Erfolge damit einfährt.

Mitarbeiter produktiver und zufriedener

Ein Monat lang arbeitete die gesamte Belegschaft von Microsoft Japan bei gleichbleibendem Gehalt nur von Montag bis Donnerstag. Das Ergebnis ist sensationell: die 2.300 Mitarbeiter steigerten mit 20 Prozent weniger Arbeitszeit ihre Produktivität um 40 Prozent, ergeben erste Auswertungen des Experiments von Microsoft Japan. Das verlängerte Wochenende wirkt sich positiv auf die Gesundheit und Zufriedenheit der Mitarbeiter aus: sie konnten sich regenerieren und kamen motivierter in die Arbeit.

Weniger Papier, weniger Energieverbrauch

Neben der verkürzten Arbeitswoche wurden auch Maßnahmen eingeführt, um Arbeitszeit effizienter zu nutzen: Die Länge von Meetings wurde auf 30 Minuten reduziert und die Möglichkeit geschaffen, in Form von Videochat daran teilzunehmen. Damit wurden Anfahrtszeiten gespart und die Mitarbeiter hatten mehr Zeit für ihre eigentliche Arbeit. Im Versuchszeitraum sind der Strom- und Papierverbrauch des Unternehmens stark gesunken: Fast ein Viertel weniger Strom und rund 60 Prozent weniger Papier für Ausdrucke wurden verbraucht!

Weniger Arbeit ist für alle gut

Microsoft Japan zeigt mit seinem Experiment: Weniger Arbeit tut allen gut. Die Umwelt wird weniger ausgebeutet, das Unternehmen verringert seinen CO2-Abdruck und steigert seine Produktivität – und Mitarbeiter sind zufriedener und motivierter. Experimente dieser Art gibt es immer wieder, mit immer wieder überraschend positivem Ergebnis.

Und Österreich?

Österreich ist weit entfernt von einer Vier-Tage-Woche. Türkis-Blau hat Österreich gerade erst den 12-Stunden-Tag verpasst. Das wird nicht zuletzt durch Experimente wie dem von Microsoft Japan als Ausbeutung von Mitarbeitern und kontraproduktiv für die Unternehmen enttarnt. Wissenschaft und Praxis sind sich einig: kürzere Arbeitszeiten sind für alle gut. Solange die ÖVP allerdings weiterregiert, wird sich dahingehend vermutlich kaum etwas ändern. So lange müssen die Österreicher auf gebildete und fortschrittliche Unternehmensführungen hoffen, die wie Microsoft ihre Arbeitszeiten im Alleingang regeln. ZackZack.at hat einen ersten Schritt getan: seit November arbeiten Vollzeitangestellte bei uns nur noch 35 Wochenstunden.

(lb)

Titelbild: Pixabay (Microsoft Office – Köln)

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