Paula White wurde berühmt als Fernsehpredigerin. Sie sieht sich von Gott berufen. Sie glaubt, sie sei heilig und Gott würde durch sie sprechen. Doch sogar unter fundamentalistischen Evangelikalen ist White umstritten, denn ihre Reden sind extrem. Zudem liebt sie den Luxus und das Geld. Und sie ist von einem völlig überzeugt: White spreche die „ganze Wahrheit“! Klingt nicht unähnlich zu Donald Trump, sie ist seine „spirituelle Beraterin.“

Wien, 08. November 2019 / Es gibt noch andere Parallelen zwischen den beiden als „die ganze Wahrheit“: Beide haben mehrere Scheidungen hinter sich, beide sind steinreich. White ist Millionären, Trump soll Milliardär sein. Und: Beide hatten schon Probleme mit der US-Finanzbehörde. Trump verweigert die Herausgabe seiner Steuererklärung bis heute. Gegen White wurde wegen intransparenten Geschäften ermittelt. Und beide wurden durch das Fernsehen berühmt. Sie verstehen sich.

Paula White ist überzeugt: „Wenn ich auf dem Boden des Weißen Hauses gehe, geht Gott auf dem Boden des Weißen Hauses.“ Denn wo sie stand, ist es heilig – schreit sie ihren Zuhörern zu. Und eines stellt sie klipp und klar fest: „Ein Nein zu Trump, ist ein Nein zu Gott!“ Jeder der gegen Trump sei, ist damit ein Teufel. Willkommen im dunklen Mittelalter.

Weltsicht aus dem Mittelalter mitten im Weißen Haus

Beängstigend, die Beraterin von Trump. Sie „betete“ schon bei Trumps Amtseinführung. Mittlerweile ist sie im Weißen Haus auf Tuchfühlung mit dem Präsidenten. Zweck: Wahlkampf. Sie soll die 50-70 Millionen evangelikalen US-Amerikaner für die Wahl 2020 mobilisieren. Bei dieser teils stark fundamentalistischen Kirche in der USA kommt eine Wahn-Predigerin wie White gut an.

Diese christlich-extremen Strömungen verstören: Keuschheitsgürtel für die Töchter, oder „Vater-Tochter-Reinheitsehen“ (engl. „Purity Ball“, red.) sind Alltag. Bei einer Reinheitsehe verspricht die Tochter dem Vater ihre Jungfräulichkeit bis zur Ehe. Solche Gläubige sehen Trump als von Gott und Jesus entsandt. Seine „göttliche Beraterin“ ist dabei der direkte Kontakt zur Gemeinde. Überall auf der Welt gibt es mittlerweile dubiose Allianzen zwischen Volksvertretern und religiösen Eiferern. Jüngstes Beispiel in Österreich: „Prediger“ Ben Fitzgerald bei einer wirren Messe mit Sebastian Kurz.

Ein Einblick in die irre Welt der Paula White:

Titelbild: APA Picturedesk

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