Neuen Zahlen aus dem Innenministerium lassen aufhorchen. Aus einer aktuellen Anfragebeantwortung von Innenminister Peschorn geht hervor, dass die Asylaberkennungen drastisch gestiegen sind. In den ersten 8 Monaten wurden dieses Jahr bereits 5.547 Aberkennungsverfahren eingeleitet. Das sind fast so viele wie im gesamten Jahr 2018 mit 5.991 Fällen.

Wien, 08. November 2019 / Die Anfragebeantwortung von Innenminister Peschorn hat es in sich: die Zahl der Asylaberkennungen ist drastisch gestiegen! Am häufigsten wurde ein Verfahren wegen Straffälligkeit eingeleitet. Mit 1.875 Fällen macht das fast ein Drittel aller Verfahren aus. Hier sind Menschen aus Afghanistan mit 489, der Russischen Föderation mit 318 und aus Syrien mit 505 am stärksten vertreten.

Der zweithäufigste Grund sind Reisebewegungen der Asylwerber in ihre Herkunftsländer. Das führte in 981 Fällen zur Einleitung eines Aberkennungsverfahrens.

Zahl der Abschiebungen hoch

Im Jahr 2018 wurden insgesamt 4.698 Personen abgeschoben. Bis August dieses Jahres gibt Peschorn bereits 3.626 bekannt. Somit dürfte sich die Zahl der Abschiebungen bis Jahresende auf ungefähr 5.500 erhöhen. Dies würde eine Zunahme von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ausmachen.

Abschiebestopp für 800 Asylwerber in Lehre

Auf Basis eines Erlasses aus dem Jahr 2018 durften nur ganz bestimmte Asylwerber eine Lehre aufnehmen. Bis auf die FPÖ einigten sich alle Parteien, dass die rund 800 betroffenen Lehrlinge vorerst bleiben dürfen. Nach Abschluss der Lehre müssen sie bei negativem Asylbescheid Österreich verlassen.

Alle anderen Asylwerber in Lehre haben Pech gehabt

Die Ausnahme gilt aber nur für diese 800 Lehrlinge. Lehrlinge, die sich nicht auf den Erlass stützen können, werden bei negativem Asylbescheid weiterhin mitten in der Lehre abgeschoben. Die Betriebe sind, neben den Lehrlingen selbst, die Leidtragenden. Das dürfte die Debatte um Abschiebung von in Lehre befindlichen Asylwerbern weiter verschärfen.

 

(fr)

Titelbild: APA Picturedesk

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