Gleich zwei positive Nachrichten gab es diese Woche aus dem internationalen Fußball in Sachen Gleichberechtigung zu vermelden: Australien beschließt gleichen Lohn für gleiche Arbeit betreffend Männer- und Frauenfußball-Nationalteams. Ein ehemaliger Austria-Goalie zeigt sich besonders erfreut darüber. Deutschlands Männer-Fußball-Nationalmannschaft reist nicht mehr in frauendiskriminierende Länder. Was das für die WM 2022 bedeutet, steht allerdings noch in den Sternen.

Wien, 8. November 2019 / Eine der Hauptforderungen der Gleichberechtigungsbewegung weltweit wird jetzt wahr für Australiens Frauenfußballteam: nach monatelangen Verhandlungen mit dem nationalen Fußballverband sollen die Nationalspielerinnen und ihre männlichen Kollegen ab sofort gleich viel von Werbeeinnahmen und Prämien des Verbands profitieren.

34.000 Dollar Unterschied

Das Jahresgehalt der Matildas wird von 66.000 auf 100.000 Dollar aufgestockt – damit verdienen die Weltranglisten- 8.-Frauen genauso viel, wie ihre international weniger erfolgreichen männlichen Kollegen (Platz 41). Darüber hinaus sollen sie auch gleichen Zugang zu Vorteilen außerhalb des Spielfelds erhalten: Business-Class-Flüge, Trainingseinrichtungen und spezielles Leistungsunterstützungspersonal wird ihnen genauso wie den männlichen Socceroos zur Verfügung gestellt.

Luft nach oben bei Turnierpreisgeldern

Natürlich ist das alles nicht nur rein dem guten Willen des Australischen Fußballverbands geschuldet. Frauenfußball ist auf dem Vormarsch, gerade in Australien. Es gibt viel Luft nach oben – vor allem in punkto Werbeeinnahmen.
Bei Turnierpreisgeldern gibt es noch einige Fragezeichen bezüglich der Auszahlung. Ein Sieg bei der Frauen-WM ist demnach 125.000 Euro wert, beim unbedeutenderen männlichen Asien-Cup betrug die Siegesprämie 1,25 Millionen Euro.

Ex-Austria-Wien-Goalie Joey Didulica, mittlerweile Geschäftsführer der australischen Profifußball-Vereinigung, zeigte sich erfreut über den wichtigen Schritt in Richtung Gleichberechtigung und bezeichnete ihn als „Meilenstein“.

Auch DFB setzt ein Zeichen

Neben den positiven australischen Nachrichten setzt auch der Deutsche Fußballbund (DFB) ein positives Zeichen für das weibliche Nationalteam. Der DFB entschloss sich nicht mehr in Ländern anzutreten, in welchen Frauen unterdrückt werden. Das DFB-Präsidium stimmte dem Antrag einstimmig zu. Somit darf man gespannt auf die WM 2022 in Katar blicken. Werden die Deutschen ihr Vorhaben ernst nehmen?

(lb, bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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